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USA 1999, 119 Minuten · FSK: ab 12 |
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So verstörend, wie der Film beginnt, setzt er sich fort, in gefährlich ruhigen Fahrwassern, die jederzeit ins Schreckliche umkippen können. Der gerettete Junge entpuppt sich als Sohn von Faradays Nachbarn Oliver Lang. Faraday, der an der Universität Geschichte lehrt und kürzlich seine Frau, eine FBI-Agentin, bei einem Terroranschlag verlor, freundet sich mit den frisch Hinzugezogenen an.
Aber mit der Nähe keimt bald auch Verdacht: Ein paar kleine Merkwürdigkeiten, ein unwichtiger Schwindel summieren sich zu der Ahnung, daß etwas mit dieser mustergültigen Durchschnittsfamilie – grandios gespielt von Tim Robbins und Joan Cusack – nicht stimmt.
Es dauert fast bis zum Ende, bis die Zuschauer sicher sein können, was das Geheimnis ist, das hinter Faradays Ahnung steckt. Handelt es sich bei den vermeintlichen braven Bürgern tatsächlich um rechtsextreme Terroristen, oder ist Faraday nur ein Paranoiker, der mit dem Verlust seiner Frau nicht fertig wird ? Nicht zufällig heißt er im Film nach dem Käfig, in dem ein Mensch vor allen Blitzschlägen – dem klassischen Eingriff Gottes in die Welt – sicher und zugleich gefangen ist.
Mit Arlington Road ist Mark Pellington in seinem ersten großen Film ein ausgezeichneter Thriller gelungen, der eine Thematik aufgreift und mit durchaus eigener Note versieht, die zuletzt in einer ganzen Reihe von US-Filmen behandelt wurde: Auch Enemy of the State (Der Staatsfeind Nr.1) und The Siege (Ausnahmezustand) handelten vom Vertrauensverlust in die Institutionen des US-Systems.
Arlington Road ist spannend, aber mehr auf Psychologie, als auf Action setzend und vor allem gut beobachtet. Ein intelligenter, wichtiger Film, der voller Zeichen ist. Auch im Titel: in Arlington befindet sich das Grabmal des Unbekannten Soldaten.