03.03.2016

Wo sich der Hund nicht in den Schwanz beißt

Kandidat für den Hasso
Gut gebrüllt, Löwe: Wenn Arbeit schon das halbe Leben sein soll, dann muss mal einer fragen: Wer trägt die Kosten? Wie im gleichnamigen Kurzfilm von Daniel Nocke, im Wettbewerb um den Hasso.

Das 17. Kurz­film­fes­tival Bunter Hund zeigt Kurzfilme

Von Felicitas Hübner

Wenn ein Filmfest schon wie der Deutschen liebstes Haustier heißen muss, kann es nicht ausbleiben, Wort­spie­le­reien rund um den Hund herum zu benutzen. Hunde können zum Beispiel in der Pfanne sehr verrückt werden. Menschen können ein Leben wie ein Hund führen, sie können auf den Hund kommen oder Hundstage erleben, ohne dafür je einen Ulrich-Seidl-Langfilm gesehen haben zu müssen.

Ganz sicher ist, dass der Hund mit dem Programm des dies­jäh­rigen (und zwar mitt­ler­weile 17.!) Münchner Kurz­film­fests »Bunter Hund« hinter jedem Ofen hervor­zu­lo­cken ist. Aber er dann ins Werk­statt­kino rein­ge­lassen wird? Es ist ihm eigent­lich nicht zu wünschen, dort im Dunkeln herum­liegen zu müssen.

Wahr­schein­lich heißt der Filmfest-Hund Hasso. Denn der Preis – der dort für den besten Kurzfilm verliehen werden wird – trägt diesen wirklich sehr schönen Namen. Die Festival-Website zeigt einen agilen und fröh­li­chen Hund mit einer lustigen Brille vor einem grellen Magenta-Hinter­grund. Die darauf flim­mernden Buch­staben in Cyan verleiten schnell zum Weiter­kli­cken. Dort behaupten die Kurz­film­fest-MacherInnen, dass ein bunter Hund »bekannt, auffal­lend, viel­fältig« sei und treten sofort den Beweis an. Denn in ihrem farbigen Programm aus lustigen, span­nenden, poli­ti­schen, raffi­nierten, absurden und nach­denk­li­chen Spiel-, Anima­tions-, Expe­ri­mental- und Doku­men­tar­filmen ist alles dabei: kleine Psycho-Dramen, witzige Anima­tionen, Kämpfe in der Zeit­schleife, erschüt­ternde Doku­men­ta­tionen, rasante Romanzen, Beklem­mendes, Verwir­rendes, Absurdes, Rührendes, Monster, Roboter, Disket­ten­lauf­werke, Musik­kas­setten und kichernde Teenager. Es fehlt (fast) nichts.

Aus 401 Einrei­chungen haben die bunten Hunde die besten 57 Filme ausge­sucht und 36 davon in vier Wett­be­werbs­pro­gramme verteilt: Arbeit ist das halbe Leben, Heimat, Helden wie wir sowie Liebe & andere Grau­sam­keiten. Die Filme sind zwischen 1 Sekunde und 20 Minuten kurz. Im Finale Der Preis ist heiß wird der Gewin­n­er­film den schon erwähnten und mit 500 Euro dotierten Publi­kums­preis Hasso über­reicht bekommen.
Die anderen 21 Filme werden außer Konkur­renz gezeigt: in der Trash Night, die in diesem Jahr mit dem neuen Namen: Trash und Sonder­bares antritt. In diesem Programm wird eine Auswahl mit ganz besonders schrägen Filmen gezeigt. Filme, die für ratloses Kopf­kratzen, ungläu­biges Gelächter, endlose Lach­an­fälle, fassungs­lose Scha­den­freude und/oder entsetztes Schweigen sorgen werden. Ein weiteres Highlight ist das Kinder­pro­gramm Kurzes für Kurze: Gezeigt werden Filme für die ganz jungen Fans des Kurzfilms und solche, die es werden wollen. Eine Stunde lang werden Filme zum Wundern, zum Lachen und zum Staunen für Kinder ab 6 Jahren präsen­tiert.
Das Team der zehn bunten Hunde bezeichnet sich selbst als engagiert, inter­es­siert, besessen, roman­tisch, intel­lek­tuell, offen und verträumt. Ob sie nun bellen oder beißen oder einfach nur gern schöne und kurze Filme zeigen, kann ab dem 10. März raus­ge­kriegt werden. Egal wie das Wetter sein wird, der innere Schwei­ne­hund muss vor die Tür!

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Bunter Hund, 17. Inter­na­tio­nales Kurz­film­fest, 10.-13. März 2016, Werk­statt­kino, Fraun­ho­fer­straße 9, 80469 München
vom 10. bis 13. März 2016
Karten: 6,00 €.
Der Eintritt für das Kinder­pro­gramm kostet für alle 3,00 €.
Wer um 18.00 Uhr für alle drei Vorstel­lungen eines Tages Karten kauft, zahlt nur 15,00 € statt 18,00 €.
Mehr Infor­ma­tionen gibt es hier.

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