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Filmmuseum München und Kulturreferat der Landeshauptstadt München |
SPECIAL EVENTS |
Reden über Film:
Karel Reiszim öffentlichen Interview über die Kunst der Montage in seinen Filmen, speziell in The French Lieutenant's Woman. Gesprächspartner: Prof Hans Beller (Filmakademie Ludwigsburg und FH Rosenheim) und Ingo Fließ (Verlag der Autoren) |
![]() ![]() Karel Reisz
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Karel Reisz, ein gebürtiger Tscheche, trat Ende der 50er Jahre unter dem Banner des „Free Cinema“ als einer der großen Erneuerer des britischen Kinos auf. Das Filmmuseum widmet dem inzwischen 70-Jährigen eine nahezu vollständige Werkschau, zu deren Abschluß Karel Reisz in der vom Kulturreferat initiierten Reihe „Reden über Film“ erwartet wird. In Ostrava geboren, gelangte Reisz 1938 kurz vor der deutschen Besetzung seiner Heimat mit einem Kindertransport nach Großbritannien in Sicherheit, während seine Eltern in einem deutschen KZ umkamen. Als Absolvent des Emmanuel College in Cambridge und Lehrer an einem Gymnasium begann sein Filminteresse durch Kritiken, die er ab 1950 für die Zeitschrift Sequence (Hrsg.: Oxford University Film Society) schrieb, unter einem intellektuellen Vorzeichen zu keimen. Schon 1952 wurde er Programmdirektor am National Film Theatre in London (NFT) und verfaßte ein Jahr später das bis heute als Standardwerk geltende Buch The Technique of Film Editing .
Von 1956 - 59 sollten einige Programm-Folgen am NFT unabhängigen jungen Filmemachern, die außerhalb der Ealing Studios und Rank-Fabriken ihrem Handwerk nachgingen, Gelegenheit zum Zeigen ihrer Filme bieten. Unter diesen Leuten waren - neben Reisz selbst - Lindsay Anderson , Tony Richardson, Norman McLaren , aber auch Alain Tanner , eine durchaus heterogene Mischung, die als lose Gruppe mit „Free Cinema“ ein „label of convenience“ fand. Reisz wird mit Saturday Night and Sunday Morning , mit Morgan! A Suitable Case for Treatment und sogar noch mit Isadora (über Isadora Duncan) und The French Lieutenant´s Woman das Thema von Unangepaßtheiten fortführen, bis später mit Dog Soldiers ( Who´ll Stop the Rain ) die Träume desillusionierter Vietnam-Veteranen nur noch vom Rauschgift und dem damit zu verdienenden Geld handeln. Reisz´ amerikanische Filme, ob sie nun Dog Soldiers, The Gambler , Everybody Wins oder Sweet Dreams heißen, scheren aus Hollywoods success-story-Tradition aus und lassen süße Träume wie Seifenblasen platzen. Karel Reisz, der heute Theater inszeniert, hat seinen Intellekt keinem happy-ending Zwang dienstbar gemacht. Andreas Rost
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