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Der Name Pelym steht stellvertretend für viele der entlegenen
Strafkolonien Rußlands. Diese Lager sind bekannt für
ihr strenges Regime sowie die härtesten Lebens- und Arbeitsbedingungen.
Pelym ist sowohl der Name für eine Siedlung als auch für
ein größeres Gebiet am Rande des Urals, an der Schnittstelle
zwischen Europa und Asien. Pelym ist in Rußland bekannt
durch seine vierhundertjährige Verbannungs- und Lagergeschichte.
Der Film erzählt in episodenhafter Form von dem heutigen
Leben der Straflager-Region Pelym. Er zeigt sowohl das normale
Lagerleben - Appell, Schwitzbad, Kantine, Arbeit - als auch den
Alltag von ehemaligen Häftlingen, die sich in den Dörfern
der Region niedergelassen haben. Hier begegnen wir sowohl dem
aus der russischen Geistes- und Literaturgeschichte bekannten
Typus des „überflüssigen Menschen“, wie auch Menschen,
die noch im Einklang mit der sie umgebenden Wirklichkeit leben.
Sie erscheinen uns wie Individuen aus einer längst vergangenen
Zeit. Die Gesichter der Menschen aus Pelym sind wie Bilder voller
Tiefe, in die man eintauchen kann.
The word „Pelym“ refers
to Russia’s many remote penal colonies. These camps are well
known for their strict regime as well as the harsh living and
working conditions. Pelym means community; it is also the name
of a large area on the edge of the Urals at the cutting edge
beween Europe and Asia. In Russia, the word Pelym is synonymous
with 400 years of exile and punishment. Structured in episodes,
this film takes a look at life today in the penal colony and
region of Pelym; it shows both „normal“ life at the camp (roll
call, the steam bath, the canteen and work) as well as the everyday
lives of former prisoners who have settled in villages in the
region. Here we encounter both the kind of „redundant“ characters
familiar to us from Russian history and literature but also people
who are fully attuned to their environment. Like individuals
from a long lost era, the faces of the people of Pelym have a
depth that draws the viewer right inside.
BIO-FILMOGRAPHIE Andrzej
Klamt
Geboren 1964 in Bylom, Polen, Studium der Slavisitik
und der Filmwissenschaften in Frankfurt am Main. 1989 Studienaufenthalt
in der UdSSR. Zwischen 1991 und 95 drei Fernsehdokumentationen
über Sibirien und den GULag. Mitglied der AG Dok. Freier
Autor beim Fernsehmagazin „Kulturzeit“. Lebt und arbeitet in
Wiesbaden. Seit1986 Super8-Filme und seit 1991 TV-Dokumentationen,
teils in Co-Regie mit Ulrich Rydzewski.
Filme (auch Co-Regie): 1991
SIBIRIEN I und II 1993 D.S. BALDAJEV - ZEICHNER DES GULAG 1994
AM KÄLTEPOL DER ERDE 1995 VERBOTENE ZONE 1996 DER
STRAHLENDE SARG 1998 PELYM
Ulrich Rydzewski
Geboren 1959
in Erkrath; 1984-90 Studium in Düsseldorf (Klavier-, Ton-
und Bildtechnik). Seit 1986 eigene Kurzfilme und Videos. 1987
Mitwirkung an der Uraufführung der „Opera Death“ von „At“
in Berlin. Seit 1987 Kompositionen für Kurzfilme und Performances.
1995 Gründung des Labels Aton Recordings zusammen mit dem
Konzertpianisten Frank-Josef Birk. 1995 Gründung der Hektor
+ Rydzewski Bild und Ton GmbH für musikalisch-künstlerische
sowie kommerzielle Produktionen. Lebt und arbeitet in Düsseldorf.
Kurzfilme und Musikclips und die Installation für 4 Videobeams
„Airgonomic Orchestra“ in Co-Regie.
Filme (auch Co-Regie):
1995 VERBOTENE ZONE 1996 DER STRAHLENDE SARG 1998 PELYM
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