|
Ein Film über die Schriftstellerin Jean Rhys, die im Alter
von 76 Jahren Berühmtheit mit „Wide Sargasso Sea" erlangte.
Auch in dem Film bilden die Tropen, der Kolonialismus, eine zerrissene
Identität, Wahnsinn und Verhängnis die Leitmotive.
Er ist keine konventionelle Biographie. Jean Rhys wurde 1890
auf der Karibikinsel Dominica geboren. Mit siebzehn zog sie gezwungenermaßen
nach England, wo sie als Tänzerin durchs Land zog und letztlich
einsam und am Rande der Prostitution in gemieteten Zimmern hauste.
In den dreißiger Jahren hielt sie sich in Paris auf. Ihre
ersten Veröffentlichungen erschienen in der ‘Trans Atlantic
Review’, der berühmten literarischen Zeitschrift von Ford
Madox Ford, für die auch Hemingway und Gertrude Stein arbeiteten.
In dieser Zeit veröffentlichte Rhys vier Romane („Voyage
in the Dark", „Goodmorning Midnight", „Quartet" und „After Leaving
Mr Mackenzie"), in denen sie über die Kehrseite des Lebens,
über Sexualität, Abtreibung, zerbrochene Liebesbeziehungen,
Alkohol und Einsamkeit schrieb. Nach dem Zweiten Weltkrieg geriet
Jean Rhys in Vergessenheit. Man hielt sie sogar für tot.
In Wirklichkeit hatte sie sich in ein Dorf in Devon zurückgezogen,
in dem sie an „Wide Sargasso Sea" schrieb, das nach dreißig
Jahren des Schweigens erschien und mit angesehenen Preisen ausgezeichnet
wurde. England diente ihr als Projektion ihrer Einsamkeit, ihres
Hasses und ihrer Angst. Dominica hingegen, das verlorene Paradies
ihrer Jugend, geriet zu einer Besessenheit: „Zuviel Blau, zuviel
Violett, zuviel Grün, die Blumen zu rot, die Berge zu hoch,
die Hügel zu nah. Und die Frau bleibt immer eine Fremde."
BIO-FILMOGRAPHIE
JAN LOUTER
Filme: 1988 IN DE SCHADUW VAN HET LICHT 1990
DE TERUGKEER VAN F. SPRINGER 1991 JOHN FANTE: THE HOTTEST
DEAD WRITER IN HOLLYWOOD 1992 MAARTEN BIESHEUVEL -DE ANGST
KUNSTENAAR 1993 DE VERHUIZING KLAAS GUBBELS, BEELDEND KUNSTENAAR OUDE
OGEN 1994 MAARTEN ‘T HART: EN ‘T VERDRONGEN LEVEN ADEM SCHEPT ACHT
SCHRIJVERS EN EEN HONDJE VERTELLEN DE VOLGENDE DANS 1995
DE ONVERBIDDELIJKE TIJD 1997 JEAN RHYS - THEY DESTROYED ALL
THE ROSES
(Katalog des 12.
internationalen Dokumentarfilmfestivals)
|