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10.11.2005
 
 
     

artechock präsentiert:
IN THE SHADOW OF THE PALMS – IRAQ

     
 
 
 
 

Wir zeigen am Sonntag, den 13. November 2005 um 11:30 im Kino Neues Arena, (Hans-Sachs-Straße 7, München) den Dokumentarfilm IN THE SHADOW OF THE PALMS – IRAQ von Wayne Coles-Janess. Der Regisseur wird persönlich anwesend sein.

IN THE SHADOW OF THE PALMS IRAQ lief dieses Jahr auf dem Dokfilmfest München und war nicht der einzige Beitrag zum Thema Irak, aber einer der beeindruckendsten.
Er nimmt eine andere Perspektive abseits des "embedded journalism" ein, und richtet seinen Blick auf das Leben einiger Iraker und Irakerinnen im Jahr 2003.

Die Stärke des Films liegt vor allem - zu Beginn - in seiner Normalität, in der er diesen verschiedenen Menschen in ihrem Alltag folgt. Es sind Schülerinnen, Professoren, Handwerker und Hausfrauen, die aus ihrem Leben erzählen, Geburtstage feiern und Vorräte anlegen, während Saddam Hussein seine Bevölkerung noch auf einen Krieg einschwört, der nicht zu gewinnen ist. Der Versuch einen normalen Alltag aufrechtzuerhalten muss gelingen, doch letztendlich ist niemand auf das vorbereitet, was durch die Bomben ausgelöst wird.

In einer Szene zeigt Wayne Coles-Janess die Ausgrabung von Verschütteten und die Panik die herrscht. Er erzählt im Interview:
„Es war sehr chaotisch, als ich dort ankam. Es war mitten in einer Wohngegend. Ein Haus wurde komplett zerstört und die Nachbarhäuser waren stark beschädigt. Im ganzen Viertel war Panik ausgebrochen. Menschen kamen raus um zu sehen, was passiert war, ob es ihre Nachbarn waren oder ob sie helfen konnten. Sie mussten aufhören das Feuer zu löschen, da sie die Leute ertränken würden, die unter den Trümmern lagen.
Und dann gibt es noch das Problem Leute so schnell wie möglich aus den Trümmern zu holen, bevor sie ihren Verletzungen erliegen oder sie unter den Trümmern ersticken. Zudem ist da noch die emotionale Situation der Familienangehörigen und von engen Freunden, die warten und völlig erschüttert sind.“

IN THE SHADOW OF THE PALMS - IRAQ funktioniert deswegen, weil er sich nicht allein auf die Bilder des Krieges konzentriert, sondern den Kontrast zeigen kann zwischen friedlichem Alltag (unbestreitbar unter einer verbrecherischen Diktatur) und der Zerstörung durch Bomben. Erst die Identifikation des Zuschauers mit einem Alltag der sich von unserem gar nicht so unterscheidet, eröffnet die Möglichkeit zumindest einen Teil des Leids zu verstehen, das den Menschen widerfährt. Aber vor allem auch die Erkenntnis, dass Kriege von Regierungen initiiert und dann auf Kosten der Bürger ausgetragen werden. Eigentlich eine Binsenweisheit, aber in Zeiten eines "embedded journalism" begegnet man dieser Wahrheit kaum noch im populärsten Informationsmedium, dem Fernsehen.

Ein Dokumentarfilm, der berührend und tragisch ist, aber auch dem Aberwitz mancher Situation auf den Grund geht.

Magali Thomas

Mit freundlicher Unterstützung der

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