Cinema português: Die 1980er Generation

Portugal 2012-17 · ca. 109 Minuten
Regie: Salomé Lama, Pedro Peralta, Ico Costa, Jorge Jácome, Marta Mateus

Fünf Kurzfilme von jungen portu­gie­si­schen Filme­ma­chern – alle in den 1980er Jharen geboren – die sich in der Tradition von António Reis und Margarida Cordeiro sehen:

Encoun­ters with Landscape
Portugal 2012 · R: Salomé Lamas · 17 min.
Ein Versuch der Selbst­er­kun­dung, der eigenen Sensi­bi­lität, des eigenen Körpers. Salomé Lamas' Begeg­nungen mit der Land­schafts­karte setzten Grenzen, manchmal mit Gewalt.
Ascensão
Portugal 2016 · R: Pedro Peralta · 17 min.
In der Morgen­däm­me­rung versucht eine Gruppe von Bauern, einen jungen Mann aus einem Brunnen zu bergen. Die Frauen verschleiern ihr Gesicht, die Männer harren aus. Im Mittel­punkt steht eine Mutter, die auf die Rettung ihres Sohns hofft.
Das Warten ist vorüber. Aus der Tiefe taucht der Körper des Jungen auf. Wie kann das Leben aufhören, wenn die Natur sich ständig erneuert? Fern berührt die Sonne den Horizont. Ein neuer Tag beginnt.
Nyo Vweta Nafta
Portugal/Mosambik 2017 · R: Ico Costa · 22 min.
Eine Reise an die Südost­küste Afrikas, die in das alltäg­liche Leben in Mosambik eintaucht: Ein Junge braust mit seiner Freundin auf dem Motorrad durch die Stadt und eine Gruppe Jugend­li­cher philo­so­phiert über das Leben in der Ferne und das Streben nach mate­ri­ellem Wohlstand.
Flores
Portugal 2017 · R: Jorge Jácome · 26 min.
Durch eine Natur­krise ist die gesamte Bevöl­ke­rung der Azoren gezwungen, wegen einer unkon­trol­lierten Horten­si­en­plage, einer häufigen Pflanze auf diesen Inseln, zu fliehen. Zwei junge Soldaten, die mit der Schönheit der Land­schaft verbunden sind, lenken uns auf die Geschichten der Tragödien derer, die gezwungen sind, die Insel zu verlassen, und den ange­bo­renen Wunsch zu bleiben. Die filmi­schen Streif­züge werden zu einer nost­al­gi­schen und poli­ti­schen Reflexion über terri­to­riale Zugehö­rig­keit, Identität und die Rollen, die wir an den Orten annehmen, von denen wir stammen. (EMAF 2018)
Barbs, Waste­lands
Farpões, baldios

Portugal 2017 · R: Marta Mateus · 25 min.
Kinder spielen, im Grünen oder in verlas­senen Häusern, naschen von Brom­beer­bü­schen. Doch dann fliegen ihnen ausran­gierte Werkzeuge entgegen, pflanzen sich zerfurchte, streng blickende Gesichter vor ihnen auf. Die alten Bäue­rinnen und Bauern von Alentejo, nach der Nelken­re­vo­lu­tion in Portugal voller Hoffnung auf besseres Leben, erzählen den heutigen Kindern, wie es gene­ra­tio­nen­lang war: schuften statt spielen. Die Kinder blicken streng zurück. Die Poesie der Land­schaft kontras­tiert das karge Leben in einem fabel­haften Film, der über die Vergan­gen­heit wie die Zukunft glei­cher­maßen Bescheid zu wissen scheint. (Viennale 2017)
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Kinoprogramm München: Do. 11.10.2018 – Mi. 17.10.2018

Cinema português: Die 1980er Gene­ra­tion (OmeU) Filmmuseum München Sa. 18:30 (Underdox13 · zu Gast: Miguel Valverde, Indie­lisboa)
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