79. Filmfestspiele Cannes 2026
Bevor das Raumschiff untergeht... |
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| Zachary Wigon’s Victorian Psycho | ||
| (Foto: Filmfestival Cannes 2026) | ||
Es gab schon einige erstaunliche Himmelserscheinungen in diesem Jahr an der Croisette. Die wichtigste von ihnen ist ohne Frage die quadratische Sonne in dem sowieso in jeder Hinsicht bemerkenswerten und außerordentlichen Everytime von Sandra Wollner, die am Ende in »Un Certain Regard« gewann – aus meiner Sicht war das alternativlos, die einzig denkbare Entscheidung. Everytime war mit großem Abstand der beste schönste tollste Film in Cannes.
Unter den besonderen Himmelserscheinungen zu nennen ist ohne Frage auch jenes riesige Raumschiff, das sehr unverhofft plötzlich die Wolkendecke über einer südkoreanischen mittelgebirgigen Waldlandschaft durchbricht und seltsam langsam und soft wenige Sekunden später mit einer riesigen Explosion in einen Berg knallt. Das sieht gerade deshalb so toll aus, weil es so beiläufig geschildert wird.
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Man hätte sie fast schon vermisst: So wenig überraschend zwar inzwischen die Filme von Andrea Arnold und Ken Loach geworden sind, aber ohne die Briten, denen einmal halb Frankreich gehörte und die die französische Nationalheilige Johanna von Orléans verbrannt haben, ist Cannes auch nicht ganz Cannes. Das hat sich offenbar auch die Festivalleitung gedacht und deswegen gab es dann doch noch zwei britische Beiträge im offiziellen Programm – aus guten Gründen allerdings erst an den letzten zwei Festival-Tagen.
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Einer davon ist Victorian Psycho, der dritte Langfilm von Zachary Wigon, der sich durch den völligen Verzicht auf Subtilität auszeichnet, obwohl er ja mit der viktorianischen in einer Epoche spielt, die gerade für die Unterdrückung von allzu offensichtlichen Gefühlsregungen bekannt ist, und dafür, dass dort die Kompensation des Verdrängten diverse eigene Horror-Subgenres hervorbrachte, in denen das Phantastische als Resonanzraum des Unsagbaren fungiert.
Winifred Notty (Maika Monroe) ist eine Gouvernante, die in einem viktorianischen Herrenhaus ankommt, um sich dort um ein Geschwisterpaar zu kümmern. Das könnte auch der Plot einer Novelle von Henry James, E.M. Forster oder Evelyn Waugh sein. Dich diese Parallelen sind nur theoretisch.
»I am the most normal person, I've ever met«, erklärt die Hauptfigur gleich im ersten Satz – und solche Selbsteinschätzungen machen skeptisch. Zudem Victorian Psycho mit einer Kameraeinstellung auf diese Winifred beginnt, die aus einer gewissen Schräglage heraus aufgenommen wird. Der Film präsentiert seine Hauptfigur damit von Anfang an als eine instabile Person. Durch ihre Off-Kommentierung wird das rasch bestätigt. Winifred offenbart sich schnell als die Psychopathin, die sie ist – vor allem, nachdem der Gärtner versucht, sie zu erpressen, weil er Geheimnisse aus ihrer Vergangenheit kennt. Die Protagonistin widmet sich mit völliger Straflosigkeit und angesichts eines unglaublichen Mangels an Misstrauen seitens ihrer Umgebung dem Morden von Menschen.
Diese ebenso düstere, wie schrille, nicht zuletzt durch ihre Ausstattung bestechende Horror-Komödie (die zugleich auch ein Historienfilm ist) hätte besser in einen Midnight-Movie-Slot gepasst, als in diejenige unter den offiziellen Sektionen, die am stärksten innovativen und jugendlichen – oder junggebliebenen – Filmsprachen vorbehalten ist.
Nun ist Zachary Wigon ein ehemaligen Filmkritiker und Regisseur des Films (nicht der Serie!!) Sanctuary, und damit in Cannes-Kriterien offenbar für Höheres bestimmt. Victorian Psycho ist ein kurzweiliger, unterhaltsamer, aber auch bisschen seichter und angesichts seiner Möglichkeiten enttäuschender kleiner Film, der das viktorianische Zeitalter und seine
Kinodarstellungen mit schwarzem, sarkastischem Humor parodiert, aber nie wirklich Dynamik entfaltet. Mit zunehmender Laufzeit beginnt die zentrale Idee des Films leider durchzuhängen. Maika Monroes wiederkehrendes verschwörerisches Augenzwinkern in Richtung Publikum verliert seine Wirkung.
Victorian Psycho hätte als genüssliche Horrorkomödie mit einer entfesselten weiblichen Hauptfigur funktionieren können, die die üblichen Rollenverteilungen
– Männer-Slasher gegen Final Girl – einmal umkehrt. Stattdessen wird’s im falschen Moment didaktisch – oh ja: die Enthüllung einer Mumie ist Kolonialismus. Ja so etwas! – und die Erzählerin unzuverlässig. Der Film schafft es darum nicht, dem viktorianischen Imaginären eine neue Wendung zu geben und bleibt auch in Bezug auf Gore oder gewaltsame Subversion von mittlerer Wirkung.
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Der zweite britische Beitrag stammt von der spanischen Regisseurin Maria Martinez Bayona (ihr Regiedebüt) und heißt The End of It. Auch dies Genre-Kino, aber origineller, man könnte auch sagen: zeitgeistiger. Denn Body-Horror ist inzwischen nichts mehr für Programmkinos, sondern etwas für die Cultural-Studies-Seminare und Filmkritik-Kurse; man muss dazu auf der Leinwand nur ältere oder alternde Frauen oder junge Frauen in Altersmasken zeigen und deren Körper in einer gewissen Versehrtheit möglichst offensiv ausstellen, um sich feministisch angehauchter positiver Rezensionen sicher sein zu dürfen.
Ein Science-Fiction, selbstverständlich gehörig dystopisch, denn zu gut aussehen und zu Optimismus Anlass geben sollte die Zukunft im Kino möglichst nicht – sonst ist man schnell »konservativ« oder »rechts«.
Ihren Plot hat die Spanierin allerdings in einigen wesentlichen Ideen von Simone de Beauvoir übernommen: »Alle Menschen sind sterblich« heißt Beauvoir’s Roman, der das gleiche Thema verhandelt: Warum leben, wenn man nicht mehr sterben muss? – das ist ein eher akademisches Problem für jene schweigende Mehrheit, die 100 Jahre Ballermann, oder Teneriffa auf ewig, oder auch das Lesen der kompletten Weltliteratur und das Warten darauf, dass 1860 München mal wieder Deutscher Meister wird, nicht als Horrorvorstellung anmutet.
Hier aber, in einer Welt, in der die Menschheit durch Medizin und Technik Alterung und Tod überwunden hat, gerät eine bildende Künstlerin (Rebecca Hall) im Alter von 250 Jahren in eine existentielle Krise. Sie beendet die Behandlungen, die ihre Zellen ständig erneuern, und kündigt der Welt an, dass sie sich zwölf Tage später im Rahmen einer Performance das Leben nehmen werde.
Genau genommen geht es hier also um die Krise einer Künstlerin und um einen Showact für die Öffentlichkeit.
Dies scheint dem Film selber aber gar nicht bewusst zu sein. Dafür nimmt er das »theoretische« Problem viel zu ernst.
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Prototypisch leidet dieser Film damit unter dem Symptom, das allzu viele Filme im diesjährigen Cannes-Jahrgang prägte: Sie kreisen um elitäre Haltungen zur Welt, um Verhältnisse und Menschen aus der gebildeten und kreativen Elite, am liebsten um Künstler, um Menschen jedenfalls, denen weder materielle Sorgen das Leben vergällen, noch primitive Gelüste das Leben versüßen – eben einfach jedes Wochenende ins 60er-Stadion zu gehen, würde fast keiner dieser Figuren in den Sinn
kommen.
Es sind aber genau diese Dinge – Essen, Trinken, Sex und Faulenzen, Reisen machen, sich zudröhnen, primitive Partys und intellektuell anspruchslose Freizeitvergnügungen zu besuchen, zum Beispiel auch Blockbuster-Filme – die das Leben der meisten Menschen ausmachen und durchaus angenehm gestalten. Das Kino vergisst dies allzu häufig.
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The End of It befindet sich absolut immer genau dort, wo man ihn erwartet. Der Film, dem es nicht an guten Ideen fürs Drehbuch fehlt, erfüllt wirklich jede einzelne Bedingung des internationalen Konzeptfilms, das der Filmwissenschaftler Lars Henrik Gass in seinem Buch »Objektverlust« auf den Punkt gebracht hat. Seine Ästhetik ist clean, geschniegelt und minimalistisch. Die Welt mit ihrem Schmutz, ihren Gefahren, mit Widerrede und Widersprüchen kommt in ihm nicht mehr vor. Die Jetztzeit bleibt in ihren Ideen, Vorlieben und Abneigungen unter sich – verewigt im Ende der Geschichte, das dann auf Leute wie Trump und Putin kommt, damit es nach dem rasenden Stillstand (Virilio) überhaupt doch irgendwie weitergeht.
Man hat alles, auch die besseren Filmmomente, schon hunderte von Malen gesehen hat. Man weiß nicht recht, was man noch dazu sagen soll, außer dass jener Body Horror, der in Cannes durch Julia Ducourneau (Raw, Titane) und durch The Substance von Coralie Fargeat wieder in Mode gebracht wurde, offenbar bereits wieder zum Ladenhüter geworden ist – jetzt können die Filmkritik- und Cultural-Studies-Studis diese Filme noch ungestört die nächsten zehn Jahre lang durchnudeln.
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Einmal wenigstens benutze ich auch in diesem Jahr am letzten Tag den Hintereingang, mit der man vor der offiziellen Öffnung ins Palais kommt, wenn man wie ich heute besonders früh dran sein muss. Ich wünsche allen nicht nur einen schönen guten Tag, sondern bedanke mich auch für den Service und zwar nicht etwa weil es Sinn machen würde, sich den Sicherheitsleuten anzubiedern, sondern weil sie wirklich lustig und hilfsbereit und vor allem pragmatisch sind. Keine kleinen Machtmenschen.
Wir regelmäßigen und erfahrenen Cannes-Besucher kennen die Wege hier auswendig; wir können die Entfernung einschätzen, wissen genau, wie viele Minuten wir von A nach B brauchen; wir wissen, wo Abkürzungen sind, wir wissen, wie man mit dem Security Personal und den Leuten hier im Notfall reden muss, damit sie einem besonders freundlich einen Gefallen tun: »C'est une exception, Monsieur.«
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Drei von vier Wettbewerbsfirmen der letzten zwei Tage haben einen Preis gewonnen. In den letzten Jahren sind die Platzierungen immer häufiger zum Signal dafür geworden, wer am Ende wohl Preise bekommen wird. Nur zwei Filme, die in der ersten Hälfte das Festivals liefen, waren unter den Preisträgern: Pavlikovski und Hamaguchi.
Einen schlüssigen Grund, um diese Beobachtungen zu erklären, habe ich dafür noch nicht gefunden. An den Reisekosten jedenfalls wird es nicht liegen.
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Der einzige dieser vier, der keinen Preis bekam, stammt ausgerechnet von der Regisseurin, von der ich mir unter diesen vier am meisten erhofft hätte, von Léa Mysius, einer der interessantesten französischen Regisseurinnen, deren Filmdebüt Ava vor einigen Jahren, 2017, in der Semaine de la Critique lief und einer der wichtigsten Filme dieses Jahrgangs wurde. Danach arbeitete sie als Autorin für andere Autorenfilmer, wie Céline Sciamma, Jacques Audiard und je zweimal Claire Denis und Arnaud Desplechin, und drehte selbst den ebenfalls sehr gelungenen, vielleicht etwas »gewollteren« Les Cinq Diables, der 2022 in der Quinzaine lief.
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Mysius’ neuer Film Histoires de la nuit ist eine Adaption des gleichnamigen Romans von Laurent Mauvignier und im Kino eine ambivalente Erfahrung: Einerseits das spannende und meiner Ansicht nach sehr zeitgemäße Genre des Intruder- und Home-Invasion-Films, eine Art »Funny Games« für Arme mit vielen kleinen Vignetten, andererseits ein unausgewogener, auch unausgegorener und sehr ungleichmäßig erzählter film, den vor allem seine Hauptdarsteller, nicht aber die Regie retten: Hafsia Herzi und Benoît Magimel. Monica Bellucci spielte die Nebenrolle einer frustrierten Künstlerin. Magimel immerhin hat offensichtlich Spaß an seiner Schurkenrolle und chargiert voller Vergnügen. Der Rest ist schnell vergessen – Reduktion von Komplexität ist im Kino selten eine gute Lösung.
Was hat das Auswahlkomitee des Festivals bloß geritten, diesen Film in den offiziellen Wettbewerb aufzunehmen?
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Diese Frage ist bei Lukas Dhont schnell beantwortet: Der junge Belgier ist ein Darling des Festivals und im Hinblick auf Preise das Gegenteil von James Gray. Mit jedem seiner Filme gewann er hier bislang einen Preis.
Das liegt nicht etwa daran, dass Dhont ein besserer Filmemacher wäre. Im Gegenteil: Seine Filme fügen sich in die Konventionen des Festvalzirkus weitaus besser: Er bietet »bedeutenden« Content, erzählt von schwuler Liebe, von Jugendlichen, und das in
amerikanischen Narrativen: Plotpoints, Krise, Katharsis, Ergebnis. Mit einer Kamerasprache des Autorenfilm-Mainstreams: »schöne« Bilder, die keine Rätsel offen lassen, die Poesie nur auf dem lauwarmen Niveau des kulinarisch Angenehmen, »Verständlichen«, »Nachfühlbaren« und der Identifikation mit Figuren liefern.
Dieser Filmemacher ist mit 34 Jahren ungleich älter und abgebrühter als die neun Jahre ältere Sandra Wollner, die mit Everytime im »Certain Regard« triumphierte, und deren Filme das Gegenteil der Filme Dhonts sind: Filme der Fragen statt der Antworten, der Offenheit statt des Geschlossenen.
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Aber sein diesjähriger Film Coward war auch für erklärte Dhont-Fans und jene, die dem Film viel mehr abgewinnen können als ich, zumindest sein bisher konventionellster. Das heißt nicht, dass Dhont jemals besonders formal experimentell gewesen wäre – tatsächlich folgt er meist den Konventionen des jeweiligen Genres –, doch seine früheren Werke Girl und Close lösten Kontroversen aus, sowohl wegen der Besetzung eines jugendlichen Transmenschen und seines Umgangs mit der Transproblematik bei einem minderjährigen Jungen, als auch wegen seines Umgangs mit jungen homosexuellen Figuren – ist ein sexualisierender und begehrender Blick Erwachsener auf Jugendliche nur dadurch besser, dass er homosexuell ist?
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Erster Weltkrieg auf den Feldern Belgiens. Die Soldaten verbringen ihre Tage mit den Vorbereitungen auf den Kampf, dem Bergen der Körper der Verwundeten und Gefallenen, dem angstvollen Warten in den Schützengräben.
Coward ist eine schwelgerische queere Romanze, die hier, 1916, zwischen den Schützengräben der Westfront spielt. Zwei erwachsene belgische Soldaten, der kräftige, markant gebaute Bauer Pierre (Emmanuel Macchia), der an der Front laut
patriotische Lieder singend in Schlamm und Blut geworfen wird, Francis (Valentin Campagne) begegnet, einem effeminierten Schneider, der es zusammen mit anderen künstlerisch tätigen Soldaten geschafft hat, im Auftrag der Armee-Führung Burlesque-Shows in Frauenkleidern aufzuführen – eine reisende Truppe am Rande des Kriegs.
Kaum zu glauben: Aber solche Shows gab es tatsächlich. Und gar nicht wenige. Auch im Kino ist das nicht neu: In einer Szene aus La grande illusion (1937) von Jean Renoir tritt eine Gruppe von Gefangenen, als Frauen verkleidet, vor anderen Soldaten auf. Renoir betrachtete diesen Moment als Darstellung einer isolierten männlichen Gemeinschaft, die dazu verurteilt ist, weibliche
Präsenzen zu erfinden, die in ihrem vom Krieg hervorgebrachten männlichen Umfeld nicht existieren. Mitten im Krieg waren diese Männer-Körper die melancholische Erinnerung an etwas Verlorenes. Das Travestiespiel verwandelte Frauen in ein Phantom, in aus der Notwendigkeit hervorgehende Erscheinungen, in illusionäre Körper.
Coward geht von einer ähnlichen Intuition aus, sentimentalisiert sie aber. In einem Schlüsselmoment sagt Pierre zu
Francis, dass sie »vor Leichen tanzen«. Die Travestie erscheint hier als fragile Illusion, als eine Form der Aussetzung der Realität, als improvisierte Ausflucht mitten in Tod und Verwüstung.
Die Beziehung zwischen Pierre und Francis folgt der gleichen Logik. Ihre Liebesgeschichte erscheint nur als Möglichkeit zu Kriegszeiten und ist auch eine Form der Flucht.
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Man stelle sich aber nun vor, dieser Kitsch würde eine heterosexuelle Liebe erzählen? Der Rhythmus ist schwerfällig, Gefühle verwandeln sich unter den Händen des Regisseurs und einer konservativen Filmmusik in Affektiertheit.
Der Krieg wird hier zum Mittel, zur Chance, um die im Zivilleben unterdrückten Wünsche und Lebensformen freier auszuleben. Er wird funktionalisiert, und die offenkundigen Bezüge zu Kriegen und Militarisierung unserer Gegenwart werden vom Film nie aufgegriffen.
Coward ist ein Werk, das von der Schönheit seiner Bilder und Resonanzen fasziniert ist, aber unfähig, dies in eine wirklich lebendige Erfahrung zu verwandeln. Auch der Film tanzt vor Leichen.