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USA 1998, 87 Minuten · FSK: ab 12 |
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James Moll's Dokumentation The Last Days war bereits im vergangenen Jahr auf der Berlinale zu sehen. In konziser Form schildert es am Beispiel der Lebensgeschichten von fünf Amerikanern ungarisch-jüdischer Herkunft das Schicksal der ganzen Bevölkerungsgruppe und den Weg in die Gaskammern von Ausschwitz. Moll, dessen Projekt in Zusammenarbeit mit Steven Spielbergs Shoah-Foundation entstand, gelingt es, die schwiergste Aufgabe zu lösen: Wie erzählt man die im Prinzip bis in ihre immer wiederkehrenden Erzählstereotypen bekannte Geschichte in einer Form, die den Zuschauer packt und ihn Neues erfahren, auch erfühlen läßt?
Dabei ist das Erzählmuster keineswegs neu. Interviews stehen im Wechselspiel mit Dokumentarausschnitten. Später reisen die fünf in ihre Heimat zurück, von der Kamera begleitet. Bewußt hergestellte Gefühlssituationen also, und historische Bilder, die weniger die geschilderten Fakten illustrieren, als repräsentieren – zumeist fehlen naturgemäß Aufnahmen die exakt das zeigen, wovon erzählt wird.
Die Dramaturgie hat Vor- und Nachteile: Schnell ist der Wechsel zwischen den Szenen, keine Ruhe, kaum Innehalten helfen den Zuschauern Distanz zum Geschehen zu wahren. Indem man das Publikum so – vielleicht über Gebühr – schont, gewinnt man dem Thema zugleich breitere Resonanz.
Auch mit dem Happy-End am Ende werden nicht alle glücklich sein: Arg harmonisch sieht man die Überlebenden im Kreis von Kindern und Enkeln: Die Nazis konnten die jüdische Tradition nicht zerstören, will das sagen.
Berechtigter ist hingegen der amerikanische Stolz: In den letzten Bildern sieht man die US-Soldaten, die die Lager befreiten.