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Ein amüsanter und rührender Film über Reisen,
Kommunikation und Selbstdarstellung. Gladys (85), die Großmutter
des Regisseurs, eine sehr rechthaberische Frau, die ständig
mit - oft verwirrenden und widersprüchlichen - Anekdoten
und Erinnerungen dazwischenfunkt, und Eden (7), die Tochter des
Regisseurs, die sich nur mit Zeichensprache verständlich
machen kann, reisen entlang der englischen Küste und in
die Welt des jeweils anderen. Die beiden entwickeln einen Dialog
mit den Exzentrikern, den verrückten Typen und den ‘normalen’
Menschen, die an der Küste wohnen, während der Regisseur
einen ironischen Einblick in die verschiedenen Generationen seiner
Familie gibt.
Something old, something new ... Gallivant ist,
rein formal gesehen, eine Reisebeschreibung auf mehreren Ebenen,
aus drei Perspektiven: Die Route ist einfach - einmal rund um
die britische Insel, an der Küste antlang (Start und Ziel
ist Bexley in Südengland). Was man vordergründig sieht,
ist ein altes Land, das sich verzweifelt bemüht, ins 21.
Jahrhundert hinüberzukriechen. Mit wenig Erfolg. Ein bißchen
wie die alte DDR mit den Neonreklamen der Westfirmen: darunter
sind auch noch die fünfziger Jahre lebendig. Die Leute,
denen wir begegnen, haben viele Vorurteile und sind auf ihrer
Insel gestrandet. Zukunft scheint es wenig zu geben. Dafür
in den Köpfen viele Variationen von Vergangenheit. (...)
Eine Reise aus der Perspektive eines Kindes, für das sich
alles bewegt; einer alten Frau, die noch genug findet, was sie
an eine Zeit erinnert, als alle und alles seinen Platz hatte.
Und der eines Filmemachers, der ein Gedicht an den Lebenswillen
der beiden verfaßt hat. Und über ein Land, das verwirrt
ist, dessen kollektiver Überlebenswillen kein Ziel mehr
kennt. Das Meer wird sich alles einmal zurückholen. Und
das ist gut so. André Simonoviescz
BIO-FILMOGRAPHIE ANDREW
KÖTTING
Geboren 1959. Er studierte Medienwissenschaften
an der Slade School of Art. Mit Unterstützung des BFI und
des Art Council entstanden mehrere kürzere Filme. Gallivant
ist sein erster abendfüllender Film.
Filme: 1984 KLIPPERTY
KLOPP 1986 ANVIL HEAD THE HUN 1987 SELF HEAL 1988 ERIK
AND INGRID 1989 HUB BUB IN THE BAOBABS 1990 HOI POLLOI 1991
ACUMEN 1992 DIDDYKOY H.B. 1829 FLESHFILM 1993 FESTIVAL
OF BRENT SMART ALEK 1994 LA BAS 1995 JAUNT 1996 GALLIVANT
(Katalog des 12.
internationalen Dokumentarfilmfestivals)
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