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Eine wahre Geschichte
Yek dastan-e vaghe’i erinnert
auch an Mohsen Makhmalbafs elementaren Film Salam Cinema (den
wir im vergangenen Jahr zeigten und der den Preis „Der Besondere
Dokumentarfilm" gewann, Anm.d.Red.); auch hier geht es um das
Casting für einen Film. Anders als Makhmalbaf allerdings
konzentriert sich Jalili nicht auf die Massen, die zu den Auditions
drängen, sondern beschäftigt sich mit einem Darsteller
besonders: dem Jungen, der der Hauptdarsteller des Films sein
soll. Unter hunderten Bewerbern, die allesamt Amateure sind,
wählt er einen, Samad Khani, für die Rolle aus. Während
die Vorbereitungen für den Film voranschreiten, stellt sich
allerdings heraus, daß der junge Schauspieler eine Krankheit
hat, die ihn für immer zu verkrüppeln droht. Möglicherweise
muß sogar sein Bein amputiert werden. Jetzt ist der Regisseur
mit der Frage konfrontiert, ob er mit seinem Film weitermachen
soll oder seine Energien und seine Möglichkeiten dazu verwenden
soll, dem jungen Samad zu helfen. In Wirklichkeit ist aber die
Entscheidung ganz einfach; der Rest des Films beschreibt die
Aktivitäten, die gesetzt werden, um dem Jungen zu helfen.
Er dringt zum Kern der menschlichen Seele vor. Dimitri Eipides
Abolfazl
Jalili über seinen Film:
Ich hatte genug von Sex,
Gewalt und Lügen im Kino. Ich wollte eine Antwort auf meine
eigenen Erwartungen finden, die ich an das Kino stelle. Es war
nicht immer leicht, Leute zur Zusammenarbeit zu finden. Profis
in der Filmindustrie können sehr schematisch sein, wie Maschinen.
Ich ziehe es vor, mit Amateuren zu arbeiten, weil ich ihre unverdorbene
Natürlichkeit schätze.Filmkritik: Ein großer
Teil des Erfolges des iranischen Kinos liegt in seinem tiefen
Humanismus begründet. Ob von etablierten Regisseuren wie
Abbas Kiarostami oder Mohsen Makhmalbaf oder von neuen Filmemachern
wie Jafar Panahi, iranische Filme gehören zu den emotionell
erhebendsten der Welt. Die Arbeiten von Abolfazl Jalili, einem
der größten Talente des iranischen Kinos, zeigen diese
Qualitäten im Überfluß. In seiner berührenden,
stillen und dennoch kraftvollen Dokumentation Yek dastane vaghe’i
läßt er Kiarostamis sensible Portraits von Leuten
anklingen, die sich, gestärkt durch ihren Glauben an das
Gute im Menschen, selbst unter schrecklichsten Umständen
ihren Optimismus bewahren. Dimitri Eipides
BIO-FILMOGRAPHIE
ABOLFAZL JALILI
Geboren 1957 in Saveh. Beginnt als Teenager
Super-8-Filme zu drehen, später arbeitet er beim iranischen
Fernsehen und produziert Kinderfilme und Dokumentationen. Sein
Film Scabies gewinnt den Hauptpreis beim Internationalen Kinder-und
Jugendfilmfestival in Esfahan.
Filme: 1983 NATIVITY THE
SPRING 1987 SCABIES 1992 DANCE OF EARTH 1994 „DET" MEANS
GIRL 1996 YEK DASTAN-E VAGHE’I
(Katalog des 12.
Internationalen Dokumentarfilmfestivals)
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