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Eine wahre Geschichte (Yek Dastan-E Vaghe´I)

 
 
Iran 1996 - 140 Minuten -
Regie: Abolfazl Jalili
Kamera: Masoud Korani
Drehbuch: Abolfazl Jalili
Besetzung:
 
 
 
 


Eine wahre Geschichte

Yek dastan-e vaghe’i erinnert auch an Mohsen Makhmalbafs elementaren Film Salam Cinema (den wir im vergangenen Jahr zeigten und der den Preis „Der Besondere Dokumentarfilm" gewann, Anm.d.Red.); auch hier geht es um das Casting für einen Film. Anders als Makhmalbaf allerdings konzentriert sich Jalili nicht auf die Massen, die zu den Auditions drängen, sondern beschäftigt sich mit einem Darsteller besonders: dem Jungen, der der Hauptdarsteller des Films sein soll. Unter hunderten Bewerbern, die allesamt Amateure sind, wählt er einen, Samad Khani, für die Rolle aus. Während die Vorbereitungen für den Film voranschreiten, stellt sich allerdings heraus, daß der junge Schauspieler eine Krankheit hat, die ihn für immer zu verkrüppeln droht. Möglicherweise muß sogar sein Bein amputiert werden. Jetzt ist der Regisseur mit der Frage konfrontiert, ob er mit seinem Film weitermachen soll oder seine Energien und seine Möglichkeiten dazu verwenden soll, dem jungen Samad zu helfen. In Wirklichkeit ist aber die Entscheidung ganz einfach; der Rest des Films beschreibt die Aktivitäten, die gesetzt werden, um dem Jungen zu helfen. Er dringt zum Kern der menschlichen Seele vor. Dimitri Eipides

Abolfazl Jalili über seinen Film:

Ich hatte genug von Sex, Gewalt und Lügen im Kino. Ich wollte eine Antwort auf meine eigenen Erwartungen finden, die ich an das Kino stelle. Es war nicht immer leicht, Leute zur Zusammenarbeit zu finden. Profis in der Filmindustrie können sehr schematisch sein, wie Maschinen. Ich ziehe es vor, mit Amateuren zu arbeiten, weil ich ihre unverdorbene Natürlichkeit schätze.Filmkritik: Ein großer Teil des Erfolges des iranischen Kinos liegt in seinem tiefen Humanismus begründet. Ob von etablierten Regisseuren wie Abbas Kiarostami oder Mohsen Makhmalbaf oder von neuen Filmemachern wie Jafar Panahi, iranische Filme gehören zu den emotionell erhebendsten der Welt. Die Arbeiten von Abolfazl Jalili, einem der größten Talente des iranischen Kinos, zeigen diese Qualitäten im Überfluß.
In seiner berührenden, stillen und dennoch kraftvollen Dokumentation Yek dastane vaghe’i läßt er Kiarostamis sensible Portraits von Leuten anklingen, die sich, gestärkt durch ihren Glauben an das Gute im Menschen, selbst unter schrecklichsten Umständen ihren Optimismus bewahren. Dimitri Eipides

BIO-FILMOGRAPHIE ABOLFAZL JALILI

Geboren 1957 in Saveh. Beginnt als Teenager Super-8-Filme zu drehen, später arbeitet er beim iranischen Fernsehen und produziert Kinderfilme und Dokumentationen. Sein Film Scabies gewinnt den Hauptpreis beim Internationalen Kinder-und Jugendfilmfestival in Esfahan.

Filme:
1983 NATIVITY
THE SPRING
1987 SCABIES
1992 DANCE OF EARTH
1994 „DET" MEANS GIRL
1996 YEK DASTAN-E VAGHE’I

(Katalog des 12. Internationalen Dokumentarfilmfestivals)

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