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Tobey Maguire

  16.01.2003
 
 

Das Interview führte Rüdiger Suchsland.

 
 
 
 

Tobey Maguire gehört zu den besten jüngeren Darstellern in Hollywood. Bekannt wurde er vor allem durch seine beiden Auftritte in Ang Lees "Der Eissturm" und dem Bürgerkriegsdrama "Ride with the Devil", durch die Irving-Verfilmung "Cider House Rules", die Hauptrolle in dem vielfach oscarnominierten Sportdrama "Seabiscuit" und einen begnadeten Auftritt in Curtis Hansons "Wonderboys". Seinen Durchbruch zum Star erlebte der 29jährige Maguire aber erst 2002 in der Rolle des pubertierenden Superhelden "Spiderman", als der er jetzt in "Spiderman 2" wieder im Kino zu sehen ist. Ein dritter Teil ist für 2006 bereits angekündigt.

artechock: War es für Sie schwierig, sich für "Spiderman 2" wieder körperlich in Form zu bringen ?

Maguire: Ich hatte vorher "Seabiscuit" gedreht, daher war ich schon ganz gut in Schuß. Aber man muss auch seine Form halten. Ich hatte genug Muskeln, aber ich war müde. Ich habe täglich trainiert wie ein Athlet. Aber die Saison war ziemlich lang. Drei, vier Stunden am Tag an den Muskelmaschinen - das ist auf die Dauer ziemlich nervig.

Sie spielen verschiedene Action-Rollen, auch dramatischere, ernste Rollen. Was sind die Kriterien Ihrer Rollen-Auswahl?

Drehbuch und Regisseur sind die Hauptsachen. Habe ich Vertrauen in den Regisseur, respektiere ich ihn? Natürlich ist auch meine Rolle wichtig.

Haben Sie keine besonderen Wünsche? Oder Träume?

Nicht wirklich. Ich habe sehr breite Interessen. Ich mag "The Icestorm" und "Ride with the Devil", "Spiderman", aber auch eine Romantic Comedy. Ich kümmere mich nicht besonders um mein Image, darum, dass das alles zusammenpasst. Aber hoffentlich bekomme ich noch andere Rollen.

Warum macht einer wie Sie einen zweiten "Spiderman"-Teil. Ist es interessant, sich zu wiederholen?

Nun, zunächst einmal habe ich von Anfang an für alle drei Teile unterschrieben. Ich arbeite mit Sam Raimi wirklich gern. Das Drehbuch ist besser, als das des ersten Teils. Es kommt mir nicht wirklich wie eine Wiederholung vor. Die Figur entwickelt sich ja weiter. Wissen Sie: Ich mache einfach ein paar Filme. Das macht Spaß. Es hat mir vieles möglich gemacht und geöffnet. Glücklicherweise kann ich auch noch andere Rollen spielen.

Sie haben bereits je zwei Filme mit Ang Lee und Sam Raimi gedreht. Worin ähneln sich beide, worin unterscheiden sie sich?

Sie arbeiten beide hart, sind besessen von ihrer Arbeit. Es scheint für sie kaum etwas anderes zu geben. Sie haben hohe Erwartungen an alle, mit denen sie zusammen arbeiten. Weil sie selbst so arbeiten. Genau dafür schätze ich sie. Sie haben beide ein gutes Herz und sind nette Leute. Ich denke, dass Ang Lee viel für sich behält. Vielleicht redet er über vieles mit seinem Produzenten James Shamus und mit seinem Production Designer über das Setdesign - aber nicht mit mir. Sam Raimi ist hingegen sehr offen zu allen. Er redet dauernd über den Film, über alle seine Aspekte. Sie sind beide großartig. Was ich am meisten an beiden bewundere: Sie arbeiten 17 Stunden am Tag, dann kommen sie am nächsten Morgen und sagen: "Ich hab zu Hause noch ein bisschen nachgedacht. Hier sind meine Ideen!" Ich denke mir manchmal: Wann schlafen diese Typen eigentlich?

Was machen Sie selbst, wenn Sie vom Set nach Hause kommen?

Von meinen Rollen geträumt habe ich nur ein oder zweimal. Manchmal denke ich noch etwas nach, bereite Dialoge vor; es kommt darauf an.

Kann man sich in einem Blockbuster-Film wie "Spiderman", in dem es auch um sehr viel Geld geht, eigentlich als Schauspieler einmischen, auch eigene Vorschläge machen?

Das ist in diesem Fall sehr gut möglich. Sam Raimi ist sehr kollaborativ. Er will meine Meinung zu allem hören. Genau das ist der Spaß: Als Schauspieler ist man oft nur ein einzelnes Teil in einem großen Puzzle. In der Arbeit mit Sam ist man einer von denen, die sich das Puzzle ausdenken.

Was sind Ihre persönlichen Zukunftspläne?

Ich will noch etwas mehr als Schauspieler lernen. Ich bin fast 30, aber ich sehe immer noch ziemlich jung aus. Aber hoffentlich kommen auch Rollen in Reichweite, die mir mehr Raum und neue Erfahrungen geben. Und irgendwann ist es sich möglich, dass ich 'mal selber produziere oder Regie führe. Allerdings schüchtert mich die Masse dieser Arbeit ziemlich ein.

 

   
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