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Tobey Maguire gehört zu den besten jüngeren Darstellern in
Hollywood. Bekannt wurde er vor allem durch seine beiden Auftritte
in Ang Lees "Der Eissturm" und dem Bürgerkriegsdrama "Ride
with the Devil", durch die Irving-Verfilmung "Cider House
Rules", die Hauptrolle in dem vielfach oscarnominierten Sportdrama
"Seabiscuit" und einen begnadeten Auftritt in Curtis Hansons
"Wonderboys". Seinen Durchbruch zum Star erlebte der 29jährige
Maguire aber erst 2002 in der Rolle des pubertierenden Superhelden
"Spiderman", als der er jetzt in "Spiderman 2" wieder im Kino
zu sehen ist. Ein dritter Teil ist für 2006 bereits angekündigt.
artechock: War es für Sie schwierig, sich für "Spiderman
2" wieder körperlich in Form zu bringen ?
Maguire: Ich hatte vorher "Seabiscuit" gedreht, daher
war ich schon ganz gut in Schuß. Aber man muss auch seine
Form halten. Ich hatte genug Muskeln, aber ich war müde. Ich
habe täglich trainiert wie ein Athlet. Aber die Saison war
ziemlich lang. Drei, vier Stunden am Tag an den Muskelmaschinen
- das ist auf die Dauer ziemlich nervig.
Sie spielen verschiedene Action-Rollen, auch dramatischere,
ernste Rollen. Was sind die Kriterien Ihrer Rollen-Auswahl?
Drehbuch und Regisseur sind die Hauptsachen. Habe ich Vertrauen
in den Regisseur, respektiere ich ihn? Natürlich ist auch
meine Rolle wichtig.
Haben Sie keine besonderen Wünsche? Oder Träume?
Nicht wirklich. Ich habe sehr breite Interessen. Ich mag
"The Icestorm" und "Ride with the Devil", "Spiderman", aber
auch eine Romantic Comedy. Ich kümmere mich nicht besonders
um mein Image, darum, dass das alles zusammenpasst. Aber hoffentlich
bekomme ich noch andere Rollen.
Warum macht einer wie Sie einen zweiten "Spiderman"-Teil.
Ist es interessant, sich zu wiederholen?
Nun, zunächst einmal habe ich von Anfang an für alle drei
Teile unterschrieben. Ich arbeite mit Sam Raimi wirklich gern.
Das Drehbuch ist besser, als das des ersten Teils. Es kommt
mir nicht wirklich wie eine Wiederholung vor. Die Figur entwickelt
sich ja weiter. Wissen Sie: Ich mache einfach ein paar Filme.
Das macht Spaß. Es hat mir vieles möglich gemacht und geöffnet.
Glücklicherweise kann ich auch noch andere Rollen spielen.
Sie haben bereits je zwei Filme mit Ang Lee und Sam Raimi
gedreht. Worin ähneln sich beide, worin unterscheiden sie
sich?
Sie arbeiten beide hart, sind besessen von ihrer Arbeit.
Es scheint für sie kaum etwas anderes zu geben. Sie haben
hohe Erwartungen an alle, mit denen sie zusammen arbeiten.
Weil sie selbst so arbeiten. Genau dafür schätze ich sie.
Sie haben beide ein gutes Herz und sind nette Leute. Ich denke,
dass Ang Lee viel für sich behält. Vielleicht redet er über
vieles mit seinem Produzenten James Shamus und mit seinem
Production Designer über das Setdesign - aber nicht mit mir.
Sam Raimi ist hingegen sehr offen zu allen. Er redet dauernd
über den Film, über alle seine Aspekte. Sie sind beide großartig.
Was ich am meisten an beiden bewundere: Sie arbeiten 17 Stunden
am Tag, dann kommen sie am nächsten Morgen und sagen: "Ich
hab zu Hause noch ein bisschen nachgedacht. Hier sind meine
Ideen!" Ich denke mir manchmal: Wann schlafen diese Typen
eigentlich?
Was machen Sie selbst, wenn Sie vom Set nach Hause kommen?
Von meinen Rollen geträumt habe ich nur ein oder zweimal.
Manchmal denke ich noch etwas nach, bereite Dialoge vor; es
kommt darauf an.
Kann man sich in einem Blockbuster-Film wie "Spiderman",
in dem es auch um sehr viel Geld geht, eigentlich als Schauspieler
einmischen, auch eigene Vorschläge machen?
Das ist in diesem Fall sehr gut möglich. Sam Raimi ist sehr
kollaborativ. Er will meine Meinung zu allem hören. Genau
das ist der Spaß: Als Schauspieler ist man oft nur ein einzelnes
Teil in einem großen Puzzle. In der Arbeit mit Sam ist man
einer von denen, die sich das Puzzle ausdenken.
Was sind Ihre persönlichen Zukunftspläne?
Ich will noch etwas mehr als Schauspieler lernen. Ich bin
fast 30, aber ich sehe immer noch ziemlich jung aus. Aber
hoffentlich kommen auch Rollen in Reichweite, die mir mehr
Raum und neue Erfahrungen geben. Und irgendwann ist es sich
möglich, dass ich 'mal selber produziere oder Regie führe.
Allerdings schüchtert mich die Masse dieser Arbeit ziemlich
ein.
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