28.12.2017

Wir wünschen einen guten Rutsch!

Jules und Jim
Mit der Feuerblume aus Hana-Bi ins neue Jahr

Film­viel­falt auf Kino­lein­wänden, noch mehr Film­perlen und vor allem – tätää! – endlich der Relaunch von »artechock«. Wir können das neue Jahr kaum erwarten!

War dies ein gutes Jahr für die Kinos? Vermut­lich nicht. Kino­be­treiber sind wie Taxi­fahrer, oder? Das Wetter ist immer das falsche (»Wetter ist immer«), das Geschäft läuft schlecht. Fakt ist: dem Arthouse-Kinos geht es mit einigen Einschrän­kungen (Saal­an­zahl, Film­aus­wahl, Miete) ganz gut, der Main­stream hingegen bricht ein. Schwierig wird es für die Kinos, die auf ein Publikum unter 50 setzen. Das Kino wird alt. Wie wird die Zukunft des Kinos und der Kinos, zumal der Fami­li­en­be­triebe, wohl aussehen? Das Arri-Kino in München wird gerade umgebaut, die Betreiber wechseln. Drei Säle sollen es werden. Einer davon dem hoch­prei­sigen Luxus-Segment zuge­schlagen. Wie es mit dem Kino und den Kinos weiter­geht, damit werden wir uns nächstes Jahr auch wieder beschäf­tigen.

War dies aber ein gutes Kinojahr? Wir glauben schon. Wir haben viele Filme gesehen, die uns nach­haltig beein­druckt haben. Die fast schon einmal totge­glaubte Kunstform ist leben­diger und viel­fäl­tiger denn je. Nicht zuletzt haben wir dies einigen mutigen Verlei­hern zu verdanken, die in den letzten Jahren auf der Bild­fläche aufge­taucht sind: Grandfilm und Eksystent zeigen Filme, die noch vor kurzem als reine Festi­val­filme galten. Der Nimbus, nicht Kassen­schlager zu sein, haftet ihnen jedoch immer noch an. Die Verleiher halten sich tapfer, und wir hoffen, dass wir unseren Lese­rinnen und Lesern die Lust an diesem anderen Kino vermit­teln konnten. Gleich zu Jahres­be­ginn wird sich noch ein dritter im Bunde bemerkbar machen: das Nürn­berger Label »Forgotten Film Enter­tain­ment«, das bislang vor allem im DVD-Sektor mit trashig-kultigen Titeln wie Der Perser und die Schwedin oder Das Geheimnis der 14 Geis­ter­reiter aktiv war, bringt den unglaub­li­chen La región salvaje (The Untamed) des Mexi­ka­ners Amat Escalante heraus. Erwähnen wollen wir auch noch das DVD-Label Bild­s­tö­rung, das nächstes Jahr das deutsche Horror-Märchen Laurin (1989) frisch restau­riert auf die Leinwand zurück­bringt.

All dies, und natürlich noch viel mehr, wird nächstes Jahr für »artechock« Thema sein. Wir wollen die Arbeit der Verleiher beleuchten und auf Film­perlen aufmerksam machen. Vor allem aber steht uns und Euch, liebe Lese­rinnen und Leser, ein umfas­sender Relaunch bevor. Nehmt daher bitte in den nächsten Wochen Abschied von unserem geliebten »artechock«-Retro-Design, das in leicht verän­derter Form noch aus unseren Grün­der­jahren der späten 1990er stammt. Genießt den grauen Hinter­grund und die grün-blau-rot-gelbe Farb­ge­bung. Bald wird das nur noch in den Archiven abgelegt sein.

Wir wollen nicht über das neue Design sprechen, das sollt Ihr selbst entdecken. Wir hoffen natürlich, dass Ihr es – viel­leicht nach kurzem Fremdeln – genauso lieb gewinnen werdet wie wir, die wir nun schon seit fast einem Jahr hinter den Kulissen daran arbeiten. Wir verspre­chen, dass die Inhalte noch besser sein werden, mindes­tens. Das Kino­pro­gramm wird »artechock«-mäßig wieder von Hand aufbe­reitet. Unsere inhalt­li­chen Bereiche werden ausgebaut und wir laden Euch zum Schmökern und auf Entde­ckungs­touren ein. Es wird neue Menü-Bereiche geben: Kinder­kino, Kinowelt, Festivals, außerdem könnt Ihr unsere Kolumnen direkt ansteuern, Ihr könnt in unseren Inter­views und Themen blättern und natürlich gezielt nach Kritiken und Filmen suchen. Außerdem wagen wir Seiten­blicke auf die Thea­ter­welt und die Video­kunst.

Wir sind sehr gespannt, wie Ihr das alles findet. Wir jeden­falls freuen uns schon auf unseren Relaunch und können das neue Jahr kaum erwarten!

Vorher möchten wir uns aber noch bei Euch allen bedanken: bei unseren Lese­rinnen und Lesern, bei unseren Anzei­gen­kunden, bei unserem Partner Filmstadt München und unserem Förderer, dem Kultur­re­ferat der Landes­haupt­stadt München.

Wir wünschen unseren Lese­rinnen und Lesern einen guten Rutsch!

Mit cine­as­ti­schen Grüßen!

Eure artecho­cken

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