05.01.2017

Running Movies 2016

Subjektiv - Dokumentarfilm im 21. Jahrhundert
Sasha Lane als Freiheitsstatue eines prekären Amerikas. American Honey ist unser Film des Jahres.

Die Filme rauschen nur so an einem vorbei. Wir halten in einem Satz fest, was wir gesehen haben – ein rasanter Durchgang durchs Kinojahr

Von Felicitas Hübner und Dunja Bialas

Januar

Louder Than Bombs (Joachim Trier)
Burnout mit Todes­folge.

Legend (Brian Helgeland)
Das doppelte Lottchen, mit Tom Hardy in der Haupt­rolle.

The Danish Girl (Tom Hooper)
Schöner queerer Film, auch wenn Sebastian Koch den Arzt spielt.

Die Winzlinge – Operation Zucker­dose (Thomas Szabo, Hélène Giraud)
Putzige und sehr agile Klein­tiere im Über­le­bens­kampf.

Die dunkle Seite des Mondes (Stephan Rick)
Das Buch von Martin Suter ist einfach besser.

Suite Française – Melodie der Liebe (Saul Dibb)
Deutsch-fran­zö­si­sche Liebe im Takt des 2. Welt­kriegs.

Creed – Rocky's Legacy (Ryan Coogler)
Boxen, bis kein Arzt mehr kommen will.

Anomalisa (Charlie Kaufman, Duke Johnson)
Stop-Emotion: Die Puppen, das sind wir.

The Big Short (Adam McKay)
Finanz­thriller im Dokustil.

Cemetery of Splendour (Apichat­pong Weerasethakul)
Schlaf­kranke Soldaten wecken die Geister der Geschichte.

Made­moi­selle Hanna und die Kunst, Nein zu sagen (Baya Kasmi)
Erstaun­lich heitere Bear­bei­tung des Miss­brauchs-Themas. // Erstaun­lich entsetz­li­ches Kuddel­muddel von viel zu vielen Themen.

Die Wahl­kämp­ferin (David Gordon Green)
Die Wahl­kämp­ferin, die ein Goebbels-Zitat als eines von Goethe verkaufte.

Point Break (Ericson Core)
Stuntmen-Supershow mit männ­li­cher Blondine.

Valley of Love (Guillaume Nicloux)
Gérard Depardieu und Isabelle Huppert gehen in die Wüste.

Brooklyn – Eine Liebe zwischen zwei Welten (John Crowley)
Oh, wie schön ist Panama. Oder doch nicht?

The Hateful 8 (Quentin Tarantino)
Am Anfang ist Schnee. Dann folgt langsames, oft schmerz­haftes, aber nicht unwil­liges Sterben. // 70mm und ein Kammer­spiel vor Schnee.

Dope (Rick Famuyiwa)
Adoles­zie­rerei zwischen Drogen und Harvard

Wie Brüder im Wind (Gerardo Olivares)
Orni­tho­logie mit Helm­ka­mera

Uns geht es gut (Henri Steinmetz)
Nach dem Film geht es uns weniger gut.

Im Schatten der Frauen (Philippe Garrel)
Männer haben auch Gefühle. // Paris in Nouvelle Vague-Schwarz­weiß.

The Revenant (Alejandro González Iñárritu)
Leonardo DiCaprio fightet mit einem Grizzly – und bekommt dafür den Oscar.

Das Wetter in geschlos­senen Räumen (Isabelle Stever)
Maria Furt­wängler kotzt auf hohem Niveau.

Februar

Suffra­gette (Sarah Gavron)
Als kämpfende Frauen wirklich viel zu verlieren und viel zu gewinnen hatten (1903). Siehe auch Bad Moms, 113 Jahre später.

The Forest (Jason Zada)
Im Dunkeln ist gut munkeln. Auch in Japan.

69 Tage Hoffnung (Patricia Riggen)
Berg­ar­bei­ter­drama, das in Chile spielt und von der Marketing-Abteilung mit inter­na­tio­nalen nicht-chile­ni­schen Filmstars ange­rei­chert wurde.

Dirty Grandpa (Dan Mazer)
Robert De Niro brauchte anschei­nend Geld. (Er hat hoffent­lich sehr viel dafür bekommen.)

Colonia Dignidad – Es gibt kein Zurück (Florian Gallen­berger)
Unglaub­liche Würde­lo­sig­keiten in der »Kolonie der Würde«, mit Wissen und Unter­s­tüt­zung der damaligen west­deut­schen Botschaft etc.

Midnight Special (Jeff Nichols)
Kind mit außer­ge­wöhn­li­chen Kräften und Schutz­brille gegen den Rest der Welt.

Hail, Caesar! (Joel und Ethan Coen)
George Clooney tritt als Caesar in die Kommu­nis­ti­sche Partei der USA ein. // Dem ist nichts hinzu­zu­fügen.

The Boy (William Brent Bell)
Rumge­grusel mit Riesen­puppe.

Erschüt­ternde Wahrheit (Peter Landesman)
Sport ist doch nicht gesund!

Freunde fürs Leben (Cesc Gay)
Blöder Titel, schöner Film.

Where to Invade Next (Michael Moore)
Michael Moore – beein­dru­ckend naiv in ganz positiver Weise.

Spotlight (Thomas McCarthy)
Im Rampen­licht stehen Miss­brauchs­vor­würfe gegen die katho­li­schen Kirche und deren Aufde­ckung durch ein Team von Jour­na­lis­tInnen des »The Boston Globe«.

Mustang (Deniz Gamze Ergüven)
Abrich­tung von fünf türki­schen Schwes­tern, die sich wie Mustangs zu wehren wissen. // Das kommt davon, wenn man mal ein bisschen Spaß haben will.

März

Das Tagebuch der Anne Frank (Hans Stein­bichler)
Die Geschichte der Anne Frank als Kammer­spiel. Was sonst.

Son of Saul (László Nemes)
Der besessene Versuch, im KZ ein Mensch bleiben zu wollen

Der Spion und sein Bruder (Louis Leterrier)
Großar­tiger Irrsinn mit Herrn Sacha Baron Cohen.

Aufer­standen (Kevin Reynolds)
Jesus – aufer­standen aus Ruinen.

Raum (Lenny Abra­hamson)
Nach der Kata­strophe wird den »Opfern« ein neues Leben nach dem Überleben zuge­standen.

Lolo – Drei ist einer zu viel (Julie Delpy)
Meine Mama gehört mir.

Batman v Superman: Dawn of Justice (Zack Snyder)
Kommt ein Monster aus dem All und frisst alle auf.

Mein Ein, mein Alles (Maïwenn)
Inten­sives Gefühls­feu­er­werk zwischen Ekstase und sich verlieren. // Vincent Cassel ist echt ein filou.

Sex & Crime (Paul Florian Müller)
Als ein deutscher Garten­zwerg bei einer Schießerei in einer deutschen Wohn­sied­lung mit Blut bespritzt wurde …

Ixcanul (Jayro Busta­mente)
Sprich »Ischkanul«. Einer der besten Filme des Jahres und über­ra­schend uneso­te­risch, nämlich gar nicht.

Alle Katzen sind grau (Savina Dellicour)
… und alle Kana­ri­en­vögel gelb.

Results (Andrew Bujalski)
No fear, no excuses, no surrender.

El Clan (Pablo Trapero)
Die Perver­sionen der argen­ti­ni­schen Politik. Es bleibt alles in der Familie!

Der Wert des Menschen (Stéphane Brizé)
Die Perver­sionen der modernen Arbeits­welt. Es bleibt einem nichts erspart.

Familie zu vermieten (Jean-Pierre Améris)
Der Origi­nal­titel Une famille à louer ist auch nicht besser.

April

The Huntsman & The Ice Queen (Cedric Nicolas-Troyan)
Märchen-Kuddel­muddel im glossy style.

Die Baum­haus­kö­nige (Margien Rogaar)
Früh übt sich, wer den Konkur­renz­kampf lernen muss.

The Jungle Book (Jon Favreau)
Weniger gemütlich als die Fassung von 1967, aber optisch sehr beein­dru­ckend.

Wild (Nicolette Krebitz)
Die mit dem Wolf wohnt. // …und keiner hat's gesehen: der Film lief nur eine einzige Woche im Kino. Geht's noch?

Visions (Kevin Greutert)
Alptraum­hafte Idylle mit Messer­sti­chen.

Chevalier (Athina Rachel Tsangari)
Männer auf See bepunkten sich gegen­seitig. // Was Männern auf hoher See so einfällt: Kräf­te­messen und Schwanz­ver­gleich.

Die Kommune (Thomas Vinter­berg)
Chronik eines Schei­terns auf 450 Quadrat­me­tern Bürger­lich­keit.

Bauern­opfer – Spiel der Könige (Edward Zwick)
Wurde da das Schach dem Kino geopfert, oder das Kino dem Schach?

Der Schamane und die Schlange – Eine Reise auf dem Amazonas (Ciro Guerra)
Inter­kul­tu­relle Begeg­nungen im kolum­bia­ni­schen Amazo­nas­ge­biet. // Anthro­po­lo­gi­scher Trip zum sich selbst kanni­ba­li­sie­renden Messias.

Rico, Oskar und der Dieb­stahl­stein (Neele Leana Vollmar)
Homo­se­xua­lität ist voll okay, aber nackte Kinder am Strand nicht so.

Ein Hologramm für den König (Tom Tykwer)
Tom Tykwer hat nicht auf Sand gebaut.

Mai

A Bigger Splash (Luca Guada­gnino)
Rumge­plant­sche mit bitteren Folgen.

Angry Birds – Der Film (Clay Kaytis)
Vögel mit Vogel – leicht aggro druff.

Happy Hour (Franz Müller)
Wie aus der Glück­li­chen Stunde ein Happy Aua wurde. // Was Männern in Hütten so einfällt: Kräf­te­messen und Schwanz­ver­gleich.

Junges Licht (Adolf Winkel­mann)
»Wenn du dich für die Freiheit entschieden hast, kann dir gar nichts passieren. Nie.«

Remainder (Omer Fast)
Die Möbi­us­bande.

Monsieur Chocolat (Roschdy Zem)
Der Film erzählt die Geschichte des ersten schwarzen Clowns in Frank­reich, Rafael Padilla, der als erster Schwarzer den Othello spielen wollte.

Nur Fliegen ist schöner (Bruno Podalydès)
… als was? // Die Absin­th­fon­taine im Pensi­ons­garten der tollen Agnès Jaoui ist auch schöner!

Der Nachtmahr (Akiz)
Mini­monster im deutschen Kinder­zimmer.

Petting Zoo (Micah Magee)
Schwan­ger­schaft im texa­ni­schen Teenie­zimmer. Man muss ja nicht alles bis zum Ende ertragen.

Sing Street (John Carney)
Kann ein Mädchen ernsthaft einen Jungen lieben, der Phil Collins hört?

The Whis­pe­ring Star (Sion Sono)
Pakete austragen nach Fukushima.

Juni

The Nice Guys (Shane Black)
Nette Jungs mit Herzen aus Gold in der Stadt der Engel.

Everybody Wants Some!! (Richard Linklater)
Der schamlose Hedo­nismus eines texa­ni­schen Base­ball­teams.

Green Room (Jeremy Saulnier)
Kein Torture-Horror­film, doch mit seinen Gore-Elementen über­ra­schend fies.

Whiskey Tango Foxtrot (Glenn Ficarra)
What The Fuck? Whiskey Tango Foxtrot!

Agnes (Johannes Schmid)
Wenn Frauen zu sehr lieben.

Rocka­billy Requiem (Till Müller-Edenborn)
Ein Abgesang auf Bohner­wachs, Spießig­keit und destruk­tive Familien.

Stolz und Vorurteil & Zombies (Burr Steers)
Hoch­ge­stylte Zombies ohne Glibber auf den teuren Teppichen der gehobenen Gesell­schaft.

Sky – Der Himmel in mir (Fabienne Berthaud)
Eine großar­tige Diane Kruger auf einer Selbst­fin­dungs­o­dyssee.

Central Intel­li­gence (Rawson Marshall Thurber)
Was auf einem Klas­sen­treffen auf dich zukommen kann, wenn du deine Mitschü­lerInnen viele Jahre nicht gesehen hast.

Das Talent des Genesis Potini (James Napier Robertson)
Sozi­al­mär­chen über die Heilungs­kräfte des Schach­spiels.

Demo­li­tion – Lieben und Leben (Jean-Marc Vallée)
Jake Gyllen­haal zwischen Steh­auf­männ­chen und Phönix aus der Asche.

7 Göttinnen (Pan Nalin)
Sehr wichtiger Film nach den Verge­wal­ti­gungs­fällen in Indien.

Bastille Day (James Watkins)
Billig-Thriller mit Schau­spie­lerInnen auf Autopilot.

The Neon Demon (Nicolas Winding Refn)
Was haben Schön­heits­wahn und Kanni­ba­lismus mitein­ander zu tun? Der Film gibt eine über­zeu­gende Antwort.

Kill Billy (Gunnar Vikene)
Wie der IKEA-Boss entführt wurde und unein­sichtig war.

Café Belgica (Felix van Groeningen)
Es wird gesoffen und gefeiert, bis nicht nur der Schweiß von der Decke tropft.

The Assassin (Hou Hsiao-Hsien)
Ein ruhig insze­nierter mörde­ri­scher Komplott. // In Schönheit sterben.

Ice Age – Kollision voraus! (Mike Thurmeier)
Halli­galli on Ice.

Väter und Töchter – Ein ganzes Leben (Gabriele Muccino)
Schön-traurige Geschichte vom Kampf des Vaters um die Tochter.

Caracas, eine Liebe (Lorenzo Vigas)
Zahn­tech­niker auf Abwegen.

High-Rise (Ben Wheatley)
Ein Hochhaus als Klas­sen­ge­sell­schaft.

Ma Ma – Der Ursprung der Liebe (Julio Medem)
Sehr voll gepackter Film. Es fehlten nur tran­si­dente Zwillinge. // Wenn Medem sich die Almodóvar-Schau­spie­lerin ausleiht. Und nicht nur das.

Lou Andreas-Salomé (Cordula Kablitz-Post)
Sie verschmähte Friedrich Nietzsche, verstieß Rainer Maria Rilke und fesselte Sigmund Freud. Der Film erzählt ihre Geschichte.

Schau mich nicht so an (Uisenma Borchu)
Im Bett mit Josef Bier­bichler.

Vor der Morgen­röte (Maria Schrader)
In Brasilien mit Josef Hader.

Juli

Smaragd­grün (Felix Fuchs­steiner)
Stylische Teenie-Zeitreise.

Verräter wie wir (Susanna White)
Erwart­barer Plot mit eindi­men­sio­nalen Figuren.

Inde­pen­dence Day: Wieder­kehr (Roland Emmerich)
Charlotte Gains­bourg trifft Außer­ir­di­sche.

Mit besten Absichten (Lorene Scafaria)
Susan Sarandon als späte Heli­ko­pter-Mutter.

Unterwegs mit Jacque­line (Mohamed Hamidi)
La vache qui rit.

Bella e perduta – Eine Reise durch Italien (Pietro Marcello)
Il bufalo che piange.

Atomic Falafel (Dror Shaul)
Poly­glottes Rumge­alber im Gaza­streifen.

Frühstück bei Monsieur Henri (Ivan Calbérac)
Claude Brasseur als übel­ge­launter WG-Opa.

Toni Erdmann (Maren Ade)
Digital native Ines von der Gene­ra­tion Y beim Karrie­re­ma­chen in Rumänien. // Petit four mit Biss.

1001 Nacht – Teil 1: Der Ruhelose (Miguel Gomes)
Der Regisseur macht sich vom Acker. Vermut­lich hat ihn auch die deutsche Synchro­ni­sa­tion genervt.

Star Trek Beyond (Justin Lin)
»Die Zukunft war früher auch besser.« (Karl Valentin)

BFG – Big Friendly Giant (Steven Spielberg)
Ein vege­ta­ri­scher Riese diniert bei der alles (fr)essenden Queen.

Heimat­land (Lisa Blatter)
Dekon­struk­tion der idyl­li­schen Eidge­nos­sen­schaft.

Legend of Tarzan (David Yates)
Alexander Skarsgård – immer wieder eine Augen­weide.

Pets (Chris Renaud, Yarrow Cheney)
Haustiere allein zu Haus.

Seefeuer (Gian­franco Rosi)
Dieser Doku­men­tar­film hat Tobias Kniebe geärgert. Weil: zu wenig Infor­ma­tion!

August

Ghost­bus­ters (Paul Feig)
BeGEISTernde Frauen Power.

Collide (Eran Creevy)
Fahrn, fahrn, fahrn 
auf der (deutschen) Autobahn.

Schweins­kopf al dente (Ed Herzog)
Winter­kar­tof­fel­knödel · Dampf­nu­del­blues · SCHWEINSKOPF AL DENTE · Grieß­no­ckerlaf­färe · Sauer­kraut­koma · Zwetsch­gen­datschi­kom­plott · Leber­käs­junkie ... // Was für'n Quatsch mit Soße.

La isla mínima (Alberto Rodríguez)
Mord im Marsch­land. Toller Film!

Maggies Plan (Rebecca Miller)
… ist, keinen Plan zu haben.

Will­kommen im Hotel Mama (Eric Lavaine)
Im Original heißt der Film: Retour chez ma mère

Genius – Die tausend Seiten einer Freund­schaft (Michael Grandage)
Colin Firth und Jude Law in schau­spie­le­ri­schen Klas­sen­un­ter­schieden.

Suicide Squad (David Ayer)
Margot Robbie – schön (und) durch­ge­knallt.

Captain Fantastic – Einmal Wildnis und zurück (Matt Ross)
Erzie­hungs­mo­delle im Realität­scheck. Doch Realität ist nur eine Inter­pre­ta­tion des Gehirns. // Latzhosen-Wildnis mit neun­mal­klugen Kids.

Alles was kommt (Mia Hansen-Løve)
Niemand kann auf so großar­tige Weise genervt sein wie Isabelle Huppert. // Wenn die Bücher aus dem Regal verschwinden, ist deine Beziehung echt am Arsch.

Mother's Day – Liebe ist kein Kinder­spiel (Garry Marshall)
Mamaaaaaaaaaa! // Julia Roberts über­trifft sich selbst.

El Olivo – Der Oliven­baum (Iciar Bollaín)
Gefan­ge­nen­be­freiung der anderen Art. Tear-jerker-Drehbuch von Paul Laverty.

Die Unfass­baren 2 (Jon M. Chu)
Unfassbar fassungs­lose Fassung.

1001 Nacht – Teil 2: Der Verzwei­felte (Miguel Gomes)
Hundchen muss von Herrchen zu Herrchen und andere Kala­mi­täten.

1001 Nacht – Teil 3: Der Entzückte (Miguel Gomes)
Buch­finken-Wett­singen als einzig­ar­tiges Hobby der Portu­giesen.

Elliot, der Drache (David Lowery)
Robert Redford sieht Drachen fliegen.

Julieta (Pedro Almodóvar)
Almodóvar leiht sich Medem-Schau­spie­lerin Emma Suárez aus. Und sonst nichts.

The Shallows – Gefahr aus der Tiefe (Jaume Collet-Serra)
Haifisch­horror als sexy Sportclip.

September

Mein ziemlich kleiner Freund (Laurent Tirard)
Der Darsteller des »ziemlich kleinen Freunds« Jean Dujardin wurde von 1,82 m auf 1,40 m digital-geschrumpft. Im Film »Auf Augenhöhe« spielt der Haupt­dar­steller in Origi­nal­größe (1,24 m).

Abso­lu­tely Fabulous – Der Film (Mandie Fletcher)
Kate Moss fällt grün glitzernd in die Themse.

The Light Between Oceans (Derek Cian­france)
Ein gestan­denes Melodrama, ganz ohne Kitsch.

Don't Breathe (Fede Alvarez)
Eine Horror­ki­no­perle als Dunkel­kam­mer­spiel.

Dragon­ball Z: Resur­rec­tion F (Tadayoshi Yamamuro)
Der deutsche Synchron­trailer löste einen Shitstorm bei den Fans aus.

Nerve (Henry Joost)
Die Linux community rettet die Welt.

Tschick (Fatih Akin)
»'Moby Dick' wurde verfilmt. 'Vom Winde verweht' wurde verfilmt. Sogar die Bibel!«, sagte Fatih Akin und verfilmte 'Tschick'. // Nost­al­gi­sche Irrfahrt in eine Jugend, in der es keine Handys gibt.

The Beatles: Eight Days a Week – The Touring Years (Ron Howard)
Neues von den Beatles? Ja.

Auf Augenhöhe (Evi Gold­brunner)
Der andere Film mit dem Thema »Klein­wüch­sig­keit«. Siehe Mein ziemlich kleiner Freund. Haupt­dar­steller Jordan Prentice ist wirklich 1,24 m groß. // Und hat echt viel Kohle. Sage mir einer, dies sei ein Film für mehr Toleranz.

The Purge: Election Year (James DeMonaco)
Mord­lus­tige Touristen aus aller Welt fliegen zum Purgen in die USA.

Bad Moms (Jon Lucas)
Mütter im Jahr 2016. An sowas hatten die Suffra­getten im Jahr 1903 sicher nicht gedacht (siehe Suffra­gette). // Komödie im Jahr 2016. Dagegen sieht Julia Roberts richtig alt aus (siehe Mother's Day).

24 Wochen (Anne Zohra Berrached)
Julia Jentsch in einer mora­li­schen Zwick­mühle. Man muss aber nicht alles bis zum Ende ertragen.

Snowden (Oliver Stone)
Großer-Männer-Film von Oliver Stone.

Alice und das Meer (Lucie Borleteau)
Promis­kui­tive Frau in wilden Gewässern.

Nebel im August (Kai Wessel)
Sebastian Koch spielt schon wieder den Arzt. // Kinder­heim mit Himbeer­sirup. Vorsicht!

Findet Dorie (Andrew Stanton)
»The fish doesn't think because the fish knows ever­y­thing.« (Iggy Pop)

The Infil­trator (Brad Furman)
Im Drogen­ge­schäft sind Familie und Beruf unver­einbar.

War Dogs (Todd Phillips)
Wenn Waffen­dealer zu viel Party machen.

Der Voll­posten (Gennaro Nunziante)
Voll­pfosten haben meist Voll­posten.

Frantz (François Ozon)
Die Kunst der Lüge in der Aufar­bei­tung von Schuld. // Jules et Jim nach dem ersten Weltkrieg, ohne Jules.

Die letzte Sau (Aron Lehmann)
Anfang gut. Fort­set­zung schlecht. Schade drum.

And-Ek Ghes... (Philip Scheffner, Colorado Velcu)
…lässt alles weit hinter sich, was »der« Doku­men­tar­film bislang über Einwan­derer in Deutsch­land erzählt hat.

Oktober

Meine Zeit mit Cézanne (Danièle Thompson)
Männ­er­freund­schaft, in der die Herren aus unter­schied­li­chen Sparten stammen.

Saint Amour (Benoît Delépine, Gustave Kervern)
Gérard Depardieu trinkt definitiv zu viel Wein.

Die Insel der beson­deren Kinder (Tim Burton)
In einer Endlos-Zeit­schleife rotie­rende Kinder mit einer wunder­schönen Eva Green als Heim­lei­terin.

Sausage Party – Es geht um die Wurst (Greg Tiernan)
Sex im Kühlregal: der Lebens­mittel-Porno.

Jonathan (Piotr J. Lewan­dowski)
Ange­strengte Homo­erotik auf dem Todes­lager.

Auf einmal (Asli Özge)
Unbe­we­gender Film mit kalten Menschen

Swiss Army Man (Dan Kwan)
Phan­ta­sie­voll, phan­tas­tisch und großartig!

Der Schatz (Corneliu Porumboiu)
Mal eben den Garten umgraben, da findet sich schon was.

American Honey (Andrea Arnold)
Vers­tö­render Film über die Arbeits­be­din­gungen im US-ameri­ka­ni­schen very-low-paid-Sektor. // Die Drücker­ko­lonne, der Wurm im Tequila, Barbecue der Cowboys, die Ölfelder, die Trucks, einfach alles und noch viel mehr. Nie vergessen! Und: Shia LaBeouf mit trumpy trousers.

Inferno (Ron Howard)
Laaa­ang­weilig, vorher­sehbar, aber schön ausge­leuchtet.

Affen­könig (Oliver Rihs)
War einst ein König im Affen­stall …

Die Welt der Wunder­lichs (Dani Levy)
Dysfunk­tio­nale Familie zum Heulen schreck­lich.

Ouija: Ursprung des Bösen (Mike Flanagan)
Kleines Mädchen geht in anato­misch unmög­li­cher Haltung die Wand hoch.

Bridget Jones' Baby (Sharon Maguire)
Ulknud(d)el-Kuddel­muddel mit Emma Thompson als Gynä­ko­login.

Gleißendes Glück (Sven Taddicken)
Wie Martina Gedeck den dauer­geilen Ulrich Tukur rettete.

Schneider vs. Bax (Alex van Warmerdam)
Auftrags­killer unter sich.

The Accoun­tant (Gavin O'Connor)
Sozi­o­pa­thi­scher Nerd mit Insel­be­ga­bung als versierter Killer.

Weiße Ritter (Markus Misch­kowski, Kai Maria Stein­kühler)
Kauris­mäki goes Köln.

Burg Schre­cken­stein (Ralf Huettner)
Ein Wieder­sehen mit einem lang­haa­rigen Harald Schmidt.

Im Namen meiner Tochter – Der Fall Kalinka (Vincent Garenq)
Der dritte Film mit Sebastian Koch als Arzt.

Hinter den Wolken (Cecilia Verheyden)
Späte Liebe auf Wolke 9.

Doctor Strange (Scott Derrickson)
Ein Auto­un­fall lässt Doctor Strange noch seltsamer werden.

31 – A Rob Zombie Film (Rob Zombie)
Herzblut und Schmadder fehlen.

Girl on the Train (Tate Taylor)
Mit einem Frau­en­bild wie Blüm­chen­ta­pete in der Vorstadt.

November

Eine Geschichte von Liebe und Fins­ternis (Natalie Portman)
Amos Oz' Roman »Eine Geschichte von Liebe und Fins­ternis« galt als unver­filmbar. Natalie Portman traute sich trotzdem.

Die Tänzerin (Stéphanie Di Giusto)
Haupt­dar­stel­lerin Soko ist eigent­lich Musikerin. Sie ist die, die mal »I'll Kill Her« gesungen hat.

Die Ökonomie der Liebe (Joachim Lafosse)
Wer hat Angst vor Virginia Woolf?

Tini: Violettas Zukunft (Juan Pablo Buscarini)
Wie kommt Haupt­dar­stel­lerin – eine 19jährige Argen­ti­nierin – zu dem Namen Martina Stoessel?

Dieses Sommer­ge­fühl (Mikhaël Hers)
Eine wortkarge Geschichte.

Conti­nuity (Omer Fast)
Die Rückkehr des verlo­renen Sohns. Immer wieder.

Café Society (Woody Allen)
Woody Allen ist Woody Allen ist Woody Allen.

Dirty Cops – War on Everyone (John Michael McDonagh)
Gewalt­ver­herr­li­chender Blödsinn aus dem launigen Buddy­movie-Fach.

Ameri­ka­ni­sches Idyll (Ewan McGregor)
Ewan McGregor als farbloser Sympa­thie­träger.

Alipato – The Very Brief Life of an Ember (Khavn)
Höllen­trip in Mondo-Manila vom Meister des phil­ip­pi­ni­schen Höllen­trip-Kinos.

Paterson (Jim Jarmusch)
Adam Driver spielt passen­der­weise einen Busfahrer. // Poetry in trans­la­tion is like a shower with a raincoat.

Phan­tas­ti­sche Tierwesen und wo sie zu finden sind (David Yates)
Eddie Redmayne spielt wirklich gut. Doch wozu?

Jeder stirbt für sich allein (Vincent Pérez)
Bei seiner Premiere im Wett­be­werb der Berlinale 2016 war der Film von der Kritik heftig zerrupft worden. Heim­nach­teil: Die Berli­nerInnen störten sich daran, dass die Außen­auf­nahmen in Wirk­lich­keit in Görlitz statt­ge­funden hatten.

Radio Heimat (Matthias Kutschman)
Ruhrpott in den 80er Jahren: »Ach weißte, damals war auch Scheiße!«

Die Reise mit Vater (Anca Miruna Lazarescu)
Roadmovie zwischen Ost und West.

Arrival (Denis Ville­neuve)
Ein Film wie ein Palindrom. Nur mit Aliens.

Deepwater Horizon (Peter Berg)
Der Film inter­es­siert sich ernsthaft für die Opfer der Ölka­ta­strophe im Golf von Mexiko.

Aloys (Tobias Nölle)
Eine Geschichte von der Einsam­keit des modernen Menschen ohne Erlösung.

Dezember

Die Hände meiner Mutter (Florian Eichinger)
Ein Mann als Opfer sexuellen Miss­brauchs.

Marie Curie (Marie Noëlle)
Marie Curie leuchtet im Dunkeln.

Salt and Fire (Werner Herzog)
Werner Herzog schickt Veronika Ferres in die Wüste. Teil 2 der groß ange­legten »Blonde Frauen in der Wüste«-Serie.

Ein Lied für Nour (Hany Abu-Assad)
Ägypten sucht den Superstar. // Wenn wir schon nicht vor der Glotze abhängen, sollen wir Casting-Shows wenigs­tens im Kino sehen.

Marketa Lazarová (František Vlácil)
Das tsche­chi­sche Mittel­alter ist das darkeste aller Mittel­alter.

Elvis & Nixon (Liza Johnson)
Michael Shannon brilliert als Elvis Presley und sieht ihm dabei kaum ähnlich.

Right Now, Wrong Then (Hong Sang-soo)
Was gestern richtig war, muss heute nicht falsch sein.

Paula (Christian Schwochow)
Ihr Leben war ein kurzes Fest.

Shut In (Farren Blackburn)
Die Geschichte irrt ziellos mit aus besseren Filmen entlie­henen Elementen herum.

Nocturnal Animals (Tom Ford)
Nacht­eulen on blood.

Vaiana (John Musker)
Atemlos durch die Gewässer…

Gemeinsam wohnt man besser (François Desagnat)
Ein weiterer Film aus der Reihe „WGs in Frank­reich“

Love & Frien­dship (Whit Stillman)
Die Mecha­nismen von Paar­bil­dungs­ri­tualen nach Jane Austen.

Die Über­glück­li­chen (Paolo Virzì)
Exzen­trisch, bipolar, durch­ge­dreht: Zwei wunder­schöne Psych­ia­trie­pa­ti­en­tinnen auf der Flucht und zurück ins Heim. // Stil­volles Ausbüxen mit Drugs & Drive.

Das unbe­kannte Mädchen (Jean-Pierre Dardenne, Luc Dardenne)
Einmal dem Fehl­läuten der Nacht­glocke nicht gefolgt…

Baden Baden (Rachel Lang)
Frau. Baumarkt. Mann. Glück?

Einfach das Ende der Welt (Xavier Dolan)
Die Sprach­hölle, das sind die anderen.

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