18.12.2014

Gemeinsam sind wir stark!

Subjektiv - Dokumentarfilm im 21. Jahrhundert
Immer noch strahlend: Das Filmmusical Der Zauberer von Oz ist über 75 Jahre alt.

Die Helden bei den dies­jäh­rigen Winter­film­tagen im Gasteig erleben Abenteuer auf großen Reisen, über­winden Heraus­for­de­rungen und halten vor allem zusammen

Von Natascha Gerold

Überall glitzert‘s, flittert‘s und klingelt’s – es weih­nachtet wieder in der Stadt. Toll, was es da alles zu sehen gibt, es ist aber noch schöner, wenn man obendrein etwas spüren kann. Dafür ist das Kino der perfekte Ort. Hier haben Gefühle Platz, und niemand, weder Kinder noch Erwach­sene, brauchen sich zu schämen, wenn sie mit ihren Helden auf der Leinwand leiden oder Angst um sie haben.

Mit den Winter­film­tagen, dem KinderKino spezial im Gasteig, kann man sich wunderbar auf Weih­nachten einstimmen: Gebor­gen­heit und Freude, dass man mit denen zusammen sein kann, die einem wichtig sind – das ist doch das, worum es an Weih­nachten, aber auch irgendwie in allen vier Filmen geht. Und so wie das Weih­nachts­fest für alle da ist und keine Grenzen kennt, sind auch die Filme aus verschie­denen Ländern und erfüllen, was gute Kinder­filme laut einer Umfrage des Kinder­kinos München aus Sicht der jungen Kinofans ausmachen: Alle vier haben ein Happy End, das man nicht gleich errät, sind spannend, oft lustig und verschweigen nicht, dass es im Leben auch manchmal traurig zugeht.

So ist der kleine Bertil in Nils Karlsson Däumling (18. Dezember) oft betrübt und allein, vor allem nach dem Tod seiner Schwester Märta. Bis er unter seinem Bett den kleinen Nils Karlsson Däumling entdeckt. Der Winzling wohnt dort hinter einem Mauseloch und verrät Bertil ein Zauber­wort, mit dem er genauso klein werden kann wie er. Jetzt könnten die beiden ungestört zusammen sein, wenn da nicht Nils‘ unan­ge­nehme Vermie­terin wäre. Der Film basiert auf einer Erzählung der schwe­di­schen Autorin Astrid Lindgren. Ganz anders als der deutsche Schrift­steller Michael Ende, der einst sehr unglück­lich mit der Verfil­mung seiner „Unend­li­chen Geschichte“ war, konnte sie bei der Entste­hung von Nils Karlsson Däumling intensiv mitmachen und sogar neue Figuren dazu erfinden.

Spannende Geschichten muss man sich aber nicht immer ausdenken: Wenn man genau hinschaut und sich für das inter­es­siert, was die Welt so an Wundern hervor­bringt, ist das oft Stoff für einen aufre­genden Doku­men­tar­film. Wie zum Beispiel für Die Reise der Pinguine (Freitag, 19. Dezember). Der Regisseur und Antark­tis­for­scher Luc Jacquet hat Kaiser­pin­guine ein ganzes Jahr während ihres beschwer­li­chen, span­nenden und gefähr­li­chen Über­le­bens­kampfs im Packeis begleitet: In faszi­nie­renden Bildern und unglaub­li­chen Farben bekommen wir gezeigt, wie sie uner­müd­lich über Felsen klettern, Schnee­stürmen trotzen, sich intensiv um einander und um ihren Nachwuchs kümmern. Viel­leicht bekommt so mancher junge Zuschauer daraufhin Lust, den Zeichen­trick­film Happy Feet (nochmal) anzu­schauen und zu über­prüfen, ob die Kaiser­pin­guine in der Antarktis darin gut getroffen sind.

Nicht ganz so hart wie für die Pinguine, aber auch ziemlich gnadenlos sind die Zeiten für die Familie Cirulitis in Aufregung um Weih­nachten (Samstag, 20. Dezember). Die Geschichte spielt in einer kleinen Stadt in Lettland in den 1920er-Jahren, wo ein arbeits­loser Musiker seine Familie mit dem Bisschen ernähren muss, was die wenigen Klavier­stunden bei der unta­len­tierten Konkordia einbringen. Das klingt nach trüben Aussichten auf ein gelun­genes Weih­nachts­fest – wenn da nicht seine fünf Kinder wären. Die Rabauken sorgen mit Witz, tollen Ideen zur richtigen Zeit und den Herzen am rechten Fleck für Wirbel, Spaß und jeder Menge Tempo in dieser hoch­mu­si­ka­li­schen Weih­nachts­komödie.
Aufregung um Weih­nachten ist im Jahr 1993 entstanden. Wenn wir die beiden letzten Ziffern herum­drehen, landen wir in dem Jahr, wo einer der schönsten und bekann­testen Märchen-Musicals der Film­ge­schichte gemacht wurde. In Der Zauberer von Oz (Sonntag, 21. Dezember) gerät Dorothy mit ihrem Hund Toto in einen Wirbel­sturm und fällt mit ihrem Häuschen im Land Oz ausge­rechnet auf die „Hexe des Ostens“. Dorothy will so schnell wie möglich wieder nach Hause, zumal die böse „Hexe des Westens“ sich für den Tod ihrer Schwester an dem Mädchen rächen will. Doch zum Glück findet Dorothy in Oz neue Freunde, die sich mit ihr zum Zauberer aufmachen, der angeblich weiß, wie sie zurück nach Kansas kommt. Und obwohl der Weg nach Hause uner­reichbar scheint, gibt Dorothy nicht auf. Schließ­lich ist sie nicht alleine, und wenn man sich gegen­seitig hilft, lassen sich Hürden über­winden, so groß sie auch scheinen mögen.

In diesem Sinne – allen großen und kleinen Kino­freunden: fröhliche Weih­nachten zusammen!

Die Winter­film­tage sind eine Spezial-Reihe des Großen KinderKino vom 18. bis 21. Dezember und finden jeweils um 15 Uhr im Vortrags­saal der Biblio­thek im Gasteig statt. Ausführ­liche Infor­ma­tionen gibt es unter www.muenchner-stadt­bi­blio­thek.de/kinder­kino. Die Winter­film­tage sind eine Veran­stal­tung der Filmstadt München.

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