03.01.2013

Running Movies

Subjektiv - Dokumentarfilm im 21. Jahrhundert
Achtung, Filme fressen auf!
Hier einer der besten Filme des Jahres, von dem man sich unbedingt verspeisen lassen sollte: Tabu von Miguel Gomes (Dezember)

Die Filme rauschen nur so an einem vorbei. Wir halten in einem Satz fest, was wir gesehen haben – ein rasanter Durchgang durchs Kinojahr

Von Felicitas Hübner und Dunja Bialas

Januar
Paradies – Liebe (Ulrich Seidl)
Reiche Öster­rei­che­rinnen besteigen arme Kenianer.
// Ziemlich viel gelacht, gegen meinen Willen.

Verblen­dung (David Fincher)
Kraftvoll und energisch gegen das Böse in der Welt.

William S. Burroughs – A Man Within (Jonathan 'Youri' Leyser)
Sehens­werter Film über den Master der Cut-up-Technik.

Die Muppets (James Bobin)
Unter­halt­samer Film für große und kleine Kinder zum Mitschun­keln.
// Selena Gomes meets Kermit: Unge­schickter Versuch, über die Retro-Eltern einen alten Fern­seh­my­thos wieder­zu­be­leben.

Intruders (Juan Carlos Fres­na­dillo)
Ganz nett, aber nicht gruslig genug.

Mein liebster Alptraum (Anne Fontaine)
Der nächste fran­zö­si­sche Film, der wie „Ziemlich beste Freunde“, die upper und die working class aufein­an­der­hetzt.

Once Upon a Time in Anatolia (Nuri Bilge Ceylan)
Besonders langer Film, ohne dass die Geschichte zu Ende erzählt wird.

Ein riskanter Plan (Asger Leth)
Wutmär­chen, in dem die Richtigen eins auf die Nase kriegen.

Fünf Freunde (Mike Marzuk)
Stylisher Kinder­krimi.

Michael (Markus Schleinzer)
Unnötiger Aufguss des Natascha Kampusch-Themas.

Arirang (Kim Ki-duk)
Weiner­li­cher Kim Ki-duk, aber das Lied bleibt im Kopf, ebenso wie der selbstau­stel­lende Kamera-Blick auf die verhornten Fersen des südko­rea­ni­schen (Horror-)Meis­ter­re­gis­seurs.

The Artist (Michel Haza­ni­vicius)
Michel Haza­ni­vicius ist Meister der Komik, funk­tio­niert auch ohne Dialoge, mit subtil-brachialem Geräusche-Witz.

Drive (Nicolas Winding Refn)
Cool ist keine Haltung, sondern ein Lebens­ge­fühl, die Liebes­ge­schichte sollte wohl das weibliche Publikum abholen.

Februar

Die Kunst zu gewinnen – Moneyball (Bennett Miller)
Nüch­terner Film mit Brad Pitt.

Sex on the Beach (Ben Palmer)
Der Teenie­film mit dem Titel, der hält, was er verspricht.

Zettl – Unschlagbar charak­terlos (Helmut Dietl)
Helmut Dietl verz­et­telt sich in der Berliner Republik.

Black Gold (Jean-Jacques Annaud)
Antonio Banderas wird (auch) älter.

Hugo Cabret (Martin Scorsese)
Schön insz­e­nierter Reigen um die Historie des Kinos.
// Pein­li­cher Versuch, den Youngs­ters Film­ge­schichte nahe­zu­bringen und 3D im Retro-Futu­rismus zu feiern, aber: die Kids von heute sind unbe­stech­lich.

Der Junge mit dem Fahrrad (Jean-Pierre Dardenne, Luc Dardenne)
Junge, gutaus­se­hende Frau opfert sich für sozial schwiergen Jungen auf.
// Kinder­lose Mütter dürfen jetzt auch Sozi­al­drama, die Dardenne waren schon mal radikaler und uner­schro­ckener.

Fucking Different XXX (Maria Beatty, Jürgen Brüning, Manuela Kay, Kristian Petersen, Courtney Trouble)
Zugucken beim anderen Sex von anderen.

Die Thomaner (Paul Smaczny)
Werbefilm des Leipziger Unter­neh­mens für Eltern und andere Bezugs­per­sonen.

Young Adult (Jason Reitman)
Schöne Frau kriegt nicht alles, was sie will.

März

Shame (Steve McQueen)
Erschüt­ternder Film über Mann in Krise.
// Der Film macht Hunger auf das irische Gefängnis, den besseren Film.

Trans Bavaria (Konstantin Ferstl)
Wollte ein Roadmovie werden. Hat aber nicht geklappt.

Barbara (Christian Petzold)
Böse Zungen behaupten: Würde man die Szenen von Nina Hoss auf dem Rad raus­schneiden (sieht sehr attraktiv aus), käme ein Kurzfilm raus. Das Leben der Anderen für Liebhaber der medi­ter­ranen DDR-Küche.

John Carter – Zwischen zwei Welten (Andrew Stanton) – Mit Taylor Kitsch, Lynn Collins
140 Minuten animierter Krieg zwischen Massen von Phan­ta­sie­fi­guren.

Haywire (Steven Soder­bergh)
Frau wehrt sich. Mit Erfolg.

Versi­che­rungs­ver­treter – Die erstaun­liche Karriere des Mehmet Göker (Klaus Stern)
Erstaun­li­cher Film über einen pfiffigen Deutsch­türken.

Barylli's Baked Beans (Gabriel Barylli)
Esofilm.

Best Exotic Marigold Hotel (John Madden)
Ein ganz bißchen kitschig, aber schön.

Contra­band (Baltasar Kormákur)
Mark Wahlberg on Tour.

Head­hun­ters (Morten Tyldum)
Spannend und klar erzählte, runde Geschichte.

Türkisch für Anfänger (Bora Dagtekin)
Lustig und sehens­wert.

Viva Riva! (Djo Tunda Wa Munga)
Brachial und frau­en­ver­ach­tend. Muss nicht sein.

Die Tribute von Panem – The Hunger Games (Gary Ross)
Film der in gewalt­ver­herr­li­chender Weise den Konkur­ren­z­kampf zwischen Kindern recht­fer­tigt.

Take Shelter – Ein Sturm zieht auf (Jeff Nichols)
Väterängste, die nicht unbedingt hätten verfilmt werden müssen.

Die Piraten – Ein Haufen merk­wür­diger Typen (Peter Lord)
Auch lustig. Hugh Grant spricht den Käptn.

Die Wahrheit der Lüge (Roland Reber)
Ganz ehrlich: Anstren­gend.

King of Devil's Island (Marius Holst)
Bedrü­ckender und großar­tiger Film über gequälte Jungs.

April

Berlin für Helden (Klaus Lemke)
Klaus Lemke in Berlin: Derb und laut.

Iron Sky – Wir kommen in Frieden (Timo Vuoren­sola)
Ja!

Spieglein Spieglein – Die wirklich wahre Geschichte von Schnee­witt­chen (Tarsem Singh)
Kara­chomär­chen­ver­fil­mung.

The Lady – Ein geteiltes Herz (Luc Besson)
Beein­dru­ckend und traurig: Aung San Suu Kyi

Nathalie küsst (Stéphane Foenkinos)
Eigent­lich schöner Film, der mit der Frage, wer schön ist, sehr eigen umgeht.

The Grey – Unter Wölfen (Joe Carnahan)
Film für raue Männer und Wolf-Fans

Martha Marcy May Marlene
Diese vielen Namen kann man sich einfach nicht merken, der Film über den Switch von Realität und Wahn aber bleibt in Erin­ne­rung.

Marvel's The Avengers von Joss Whedon
Wimmel­film mit Comic­fi­guren, der Vorkennt­nisse erfordert.

Mai

Bel Ami (Declan Donnellan, Nick Ormerod)
Mit Robert Pattinson, nicht als Vampir, aber trotzdem blutleer.

Die Liebenden – von der Last glücklich zu sein (Chris­tophe Honoré)
Toll und fran­zö­sisch.

Spy Kids 4D – Alle Zeit der Welt (Robert Rodriguez)
Unter­halt­samer Fim mit Rubbel­durft­karte.

Tomboy (Céline Sciamma) – Mit Zoé Héran, Malonn Lévana
Schöner und behut­samer Film über ein Mädchen, das ein Junge sein möchte.

Attenberg (Athina Rachel Tsangari)
Sehr sehens­wert und verrückt.
// Am Anfang etwas gewöh­nungs­be­dürftig, wenn sich Frauen gegen­seitig ihre Zungen­schne­cken in den Rachen rammen. Unter­kühltes, großar­tiges Prä-Krisen-Kino aus Grie­chen­land.

Dark Shadows (Tim Burton) –
Mit Johnny Depp als Vampir. Zumindest besser als Robert Pattinson.

Schild­krö­tenwut (Pary El-Qalqili)
Vater-Tochter-Drama zwischen Palästina und Deutsch­land.
// Die titel­ge­bende Wut macht wütend.

Der Diktator (Larry Charles)
Politisch unkorrekt und großartig!

Hanni & Nanni 2 (Julia von Heinz)
Auch großartig: Katharina Thalbach!
// Tja, ähem, war besser als der erste Teil, weil nicht so viel Expo­si­tions-Klamauk. In der »Twist« stand, dass die Zwillinge die Rollen getauscht hätten, keiner hat’s gemerkt.

Lachs­fi­schen im Jemen (Lasse Hallström)
Reicher Araber will Fische fangen.

Marley (Kevin Macdonald)
Marley als großar­tiger Musiker und Unsymphat.

Our Idiot Brother (Jesse Peretz) – Mit Paul Rudd, Zooey Deschanel
Gut gemachte Ami-Komödie.

The Substance – Albert Hofmanns LSD (Martin Witz)
Substan­zfreu­diger Dok.Film

Men in Black 3 (Barry Sonnen­feld)
Wie zu erwarten.

Moonrise Kingdom (Wes Anderson)
Durch­ge­knalltes Teenie­drama der ganz, ganz anderen Art.
// Zeit für die Liebe, endlich, unter Teenagern. Großar­tiger Ausstat­tungs-Retro-Overkill, danke für die Françoise-Hardy-Hommage.

Buck – Der wahre Pfer­de­flüs­terer (Cindy Meehl)
Film für Wendy und Mandy und die anderen uner­schro­ckenen Pfer­de­mäd­chen.

Mark Lombardi – Kunst und Konspi­ra­tion (Mareike Wegener)
Zum Teil zu konspi­rativ.

Snow White & the Huntsman (Rupert Sanders)
Actionmär­chen mit einem eman­z­pierten Schnee­witt­chen.

Tabu – Es ist die Seele ein Fremdes auf Erden (Christoph Stark) – Mit Lars Eidinger, Peri Baumeister
Drama um eine Liebe zwischen Geschwis­tern.

Juni

Deutsch­land von oben (Petra Höfer, Freddie Röcken­haus)
Bilder aus deutschen Wolken mit gespro­chenem Blindtext.

Kochen ist Chefsache (Daniel Cohen)
Zwei Köche im Wirbel zwischen alter und neuer Schule

Parabeton – Pier Luigi Nervi und Römischer Beton (Heinz Emigholz)
Soviel Action war noch nie bei Emigholz, Kame­ra­fahrten ohne Ende. Wer hat die mumi­fi­zierte Katze entdeckt?

Die Wohnung (Arnon Gold­finger)
Der Nachteil von seriösen Doku­men­tar­filmen: Die hoch inter­es­santen Geheim­nisse werden nicht unbedingt gelüftet.

Cinema Jenin (Marcus Vetter, Aleksei Bakri)
Enga­gierter, aber zu langer Film über ein Kino in Palästina.

Alpen (Yorgos Lanthimos)
Beein­dru­ckender Film über die Rückkehr der Toten und über eine Welt, in der nichts ist wie es scheint. Grie­chen­land, es gibt noch Hoffnung.

Juli

Ice Age 4 – Voll verschoben (Steve Martino, Mike Thurmeier)
Spektakel No. 4 um tief­ge­fro­rene Tiere.

Cosmo­polis (David Cronen­berg)
Und wieder Robert Pattinson: Auch in diesem Film lässt seine Mimik zu wünschen übrig.
// Stretch-Limo-Film No. 1, Nummern-Revue über die bösen Banker.

Little Thirteen (Christian Klandt) – Mit Antonia Putiloff, Muriel Wimmer
Teenager zwischen Sex und Selbst­suche.

Sleep Tight (Jaume Balagueró) – Mit Luis Tosar, Marta Etura
Richtig gut gemachter spani­scher Horror­film mit teil­weisem Happy End.

Sons of Norway (Jens Lien) – Mit Åsmund Høeg, Sven Nordin
Mit Johnny Rotten as himself.

Woody Allen: A Docu­men­tary (Robert B. Weide)
Woody Allen auch as himself und ganz er selbst.

Hasta la Vista! (Geoffrey Enthoven) – Mit Robrecht Vanden Thoren, Johan Helden­bergh
Drei behin­derte junge Männer reisen weit in ein Bordell, um endlich Sex erleben zu dürfen.

Das verflixte 3. Jahr (Frédéric Beigbeder)
Fran­zö­si­sche Komödie mit sehr schönen Menschen.

The Dark Knight Rises (Chris­to­pher Nolan)
Mir hat Michael Caine am besten gefallen.

August

Das Schwein von Gaza (Sylvain Estibal)
Kluger und poeti­scher Film zur paläs­ti­nen­sisch-israe­li­schen Kata­strophe.

Merida – Legende der Highlands (Mark Andrews, Brenda Chapman)
Schöne und wilde Variante der Adoles­z­en­z­phase einer Prinz­essin mit inte­griertem Mutter-Tochter-Konflikt.

Starbuck (Ken Scott)
Leicht erzählter Film über einen Kanadier mit dessen Samen­spenden 533 Kinder gezeugt wurden.
// Ja, war schon witzig, dieser »Man nehme«-Film. Hat aber nichts mit Holger Meins zu tun.

Rum Diary (Bruce Robinson)
Sehr viel Alkohol und mehrere Jour­na­listen in Puerto Rico im Jahr 1959.

Prome­theus – Dunkle Zeichen (Ridley Scott) – Mit Noomi Rapace, Michael Fass­bender
Drama­tisch – technisch – nicht so gut.

Ted (Seth MacFar­lane)
Total albern und sexis­tisch mit dauer­ram­melndem Teddy ohne Penis.

Magic Mike (Steven Soder­bergh)
Channing Tatum rächt seine Strip­per­branche.

This Ain't Cali­fornia (Marten Persiel)
Der Jung-Regisseur und seine Kumpel haben sich jegliche Sympathie verscherzt durch ihr PR-Versteck­spiel über Fake und Fakt.

Wer's glaubt, wird selig (Marcus H. Rosen­müller)
Doch ein wenig betuliche, bayrische Komödie. Christian Ulmen trägt viel zur Rettung des Films bei.

Holy Motors (Leos Carax)
Morbide und surreale Reise über fran­zö­si­sche Straßen.
// Stretch-Limo No. 2, Nummern-Revue No. 2, mit einer erstaun­li­chen Erkenntnis am Ende der Gaukler-Show.

To Rome with Love (Woody Allen)
Verplap­perte, aber nicht lang­wei­lige Liebes­er­klä­rung an Rom.

September

Herr Wichmann aus der dritten Reihe (Andreas Dresen)
Mit Andreas Dresen in der ersten Reihe beim Herrn-Wichmann-Beob­achten.

Step up: Miami Heat (Scott Speer)
Eigent­lich ging es beim Gucken des Films nur um die 3D-Brillen, trotzdem war der Film höchstens zwei­di­men­sional.

The Cabin in the Woods (Drew Goddard)
Tolle Horror-Hommage mit vielen guten Bekannten und dem Beweis, dass Drogen doch gut sind.

Was bleibt (Hans-Christian Schmid)
Corinna Harfouch – ganz unwei­ner­lich und stark

Wir wollten aufs Meer (Toke Constantin Hebbeln)
Film über mensch­liche Unzu­läng­lich­keiten (Schwei­ne­reien).

Revision (Philip Scheffner)
Endlich wird mal die Auto­ri­sie­rung ins Zentrum einer Doku­men­ta­tion erhoben, Rekon­struk­tion einer Unge­rech­tig­keit.

Auf der Suche nach einem Freund fürs Ende der Welt (Lorene Scafaria) – Mit Steve Carell, Keira Knightley
Den Maya sei Dank. Ohne die Idee vom Welt­un­ter­gang hätte es diesen Fim nicht gegeben.

Liebe (Michael Haneke)
Großartig, aber zutiefst erschüt­ternd. Danach sofort etwas Lebens­be­ja­hendes tun!

Oktober

Abraham Lincoln Vampir­jäger (Timur Bekmam­betov)
Die Idee, Abraham Lincoln zum Vampir­jäger zu machen, ist zumindest originell.

3 Zimmer/Küche/Bad (Dietrich Brüg­ge­mann)
Heiteres und manchmal auch trauriges WG-Tummel­su­rium.

Italy – Love it or leave it (Gustav Hofer, Luca Ragazzi)
Gustav Hofer und Luca Ragazzi auf der Suche nach Gründen, im Berlus­coni-Italien bleiben zu wollen.

On the Road – Unterwegs (Walter Salles) – Mit Garrett Hedlund, Sam Riley
Die Jungs und Mädchen um Dean Moriarty und Sal Paradise sind nach wie vor unterwegs und besuchen unter anderem William S. Burroughs (siehe Januar).

Die Abenteuer der kleinen Giraffe Zarafa (Rémi Bezançon, Jean-Chris­tophe Lie) – Mit Max Renaudin, Simon Abkarian
Kinder­film, der Kinder erschre­cken könnte.

Savages (Oliver Stone)
Möch­te­gern-Wilde unter sich.

Agent Ranjid rettet die Welt (Michael Karen)
Rutger Hauer spielt auch mit.

Asterix & Obelix – Im Auftrag Ihrer Majestät (Laurent Tirard)
Lieblos runter­ge­rotzte Klamotte. Mit dem Film ist Gérard Depardieu sicher nicht so reich geworden.

Gnade (Matthias Glasner)
Solides Kino.

Die Vermes­sung der Welt (Detlev Buck)
Die Genies Alexander von Humboldt und Carl Friedrich Gauß werden in all ihrer Asozia­lität präsen­tiert.

Hotel Trans­sil­va­nien (Genndy Tarta­kovsky)
Lärmiger Zeichen­trick­film, der beweisen möchte, wie ähnlich sich Menschen und Monster wären.
// Hat aber Spaß gemacht!

Robot & Frank (Jake Schreier)
Trau­rig­ma­chender, aber schöner Film über das Älter­werden und empa­thi­sche Betreu­ungs­ro­boter.

November

James Bond 007 – Skyfall (Sam Mendes)
DER Bond kam aus dem Himmel gefallen.

Oh Boy (Jan Ole Gerster)
Tom Schilling als sich durch Berlin treiben lassender Ober­sch­luffi.

Sag, dass du mich liebst – Parlez-moi de vous (Pierre Pinaud)
Im Gefängnis einer unter­kühlten Frau, leider ist die Kernszene nur peinlich-unbe­hol­fene Darstel­lerei.

Omamamia (Tomy Wigand)
Oma-Mama-Tochter-Enkelin: teils witzig, teils behäbig

Camp 14 – Total Control Zone (Marc Wiese)
Doku­men­tar­film über einen geflo­henen Nord­ko­reaner, der im Kapi­ta­lismus nicht zurecht­kommt und lieber ins Lager zurück will.
// Gran­dioser Film aus dem doku­men­tierten Schat­ten­reich der Lager­filme, der einige Fragen offen lässt, aber alles hat, um sich vor der Welt und den Dikta­turen zu gruseln.

Fraktus (Lars Jessen)
Sehr witziger Film über eine Band, die es nie gab und die trotzdem auf Tournee geht.

Winter­dieb (Ursula Meier)
Irre­füh­render Titel, besser wäre der Origi­nal­titel zur Einstim­mung gewesen: L'enfant d'en haut, das Kind, das irgendwie von oben kam. So abgründig kann die Schweiz sein, großartig!

Harodim – Nichts als die Wahrheit? (Paul Finelli)
Es gibt span­nen­dere Filme.

Was machen Frauen morgens um halb vier? (Matthias Kiefer­sauer)
Hätte Brigitte Hobmeier in diesem Sozi­al­mär­chen nicht mitge­spielt, wäre die Frage völlig unin­ter­es­sant.

Cloud Atlas (Andy Wachowski, Lana Wachowski, Tom Tykwer) – Mit Tom Hanks, Halle Berry
Leicht bewölkt, über­wie­gend blauer Himmel.

Der Aufsteiger (Pierre Schoeller)
Polit­drama mit Krokodil.

Sinister (Scott Derrickson)
Das Plakat zum Film ist besser als der Film.

Twilight 4.2: Breaking Dawn – Bis(s) zum Ende der Nacht (Teil 2) (Bill Condon)
Kristen Stewart und Robert Pattinson al dente.

Anleitung zum Unglück­lich­sein (Sherry Hormann)
Buch­ver­fil­mung des Herrn Watz­la­wick.

Festung (Kirsi Liima­tainen)
Böse Männer braucht das Land nicht.

In ihrem Haus (François Ozon) – Mit Fabrice Luchini, Ernst Umhauer
Spannende Inter­ak­tion zwischen gelang­weiltem Lehrer und und seinem Schüler.
// Ozon liebt es, die verbor­genen Winkel in Häusern zu erkunden. Nicht zum ersten Mal. Nicht sein bester Film, aber Lehrer-Filme gehen immer.

Killing Them Softly (Andrew Dominik) – Mit Brad Pitt, Richard Jenkins
Pulp Fiction für Sensible.

Parked – Gestrandet (Darragh Byrne) – Mit Colm Meaney, Colin Morgan
Sozi­al­drama mit gutem Ausgang, zumindest für den älteren Prot­ago­nisten.

Ruby Sparks – Meine fabel­hafte Freundin (Jonathan Dayton, Valerie Faris)
Das Pygmalion-Thema reloaded.

Violeta Parra (Andrés Wood)
Berüh­render, schöner und poli­ti­scher über die chile­ni­sche Künst­lerin.

Dezember

Marina Abramovic – The Artist is Present (Matthew Akers)
Die Tränen fließen. Endlich weiß jeder, wer Marina Abramovic ist: Perfor­mance-Königin, die Residenz hält. Der Film tut sein Übriges hinzu.

Mondo­ma­nila (Khavn de la Cruz)
Durch­ge­knallter, harter Mondo in den Abgründen von Manila.

Anna Karenina (Joe Wright)
Schöne Menschen, schöne Kostüme, schöne Kulissen, etwas blutleer.

Große Erwar­tungen (Mike Newell)
Märchen­hafte Spinn­weben im grau­weißen Braut­schleier-Haar. Mädchen können auch böse sein, ja, aller­dings!

Müll im Garten Eden (Fatih Akin)
Doku­men­tar­film über eine Müll­de­ponie in Fatih Akins Heimat.

Ralph reicht's (Rich Moore)
Schön gezeichnet und sehr unter­haltsam.

Beasts of the Southern Wild (Benh Zeitlin) – Mit Quven­zhané Wallis, Dwight Henry
Wilder und zugleich sanfter Film um eine sechs­jäh­rige Südstaat­lerin im Über­le­bens­kampf.

Die Abenteuer des Huck Finn (Hermine Hunt­ge­burth)
Freund­li­cher Kinder­film nach Mark Twain.

Tabu – Eine Geschichte von Liebe und Schuld (Miguel Gomes)
Der schönste und inter­es­san­teste Film des Jahres 2012.
// Schwarz­weiß-Stummfilm-Vernei­gung vor Murnau und perfekte Verbeu­gung vor einem etwas irre­ge­lei­teten Post-Kolo­nia­lismus.

Red Dawn (Dan Bradley)
Der über­flüs­sigste Film des Jahres 2012.

Winter­no­maden (Manuel von Stürler)
Schäf­chen­film, der zum Träumen einlädt, und der alle Erwar­tungen an das Genre einhält.

Die Vampirsch­wes­tern (Wolfgang Groos)
Ein Film über Ausgren­zung und Inte­gra­tion, geschickt verkleidet in der Mär von den Schwes­tern wie Tag und Nacht – die Kids haben die pädago­gi­sche Message gar nicht bemerkt.

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